Indien hat genauso viele unterschiedliche Schriften, wie Sprachen
Der indische Sprachraum hat bis heute die meisten
unterschiedlichen Schriftsysteme hervorgebracht.
Die
Verbreitung der Sprache wie auch der Schrift hat sich vom Norden über den Süden des Landes vollzogen.
Die älteste bekannte Schrift ist die der Induskultur. Die bereits 3000 v. Chr.
gemachten Aufzeichnungen konnten jedoch bis heute nicht entziffert werden.
Die ältesten entschlüsselten Aufzeichnungen sind die der Brahmanen
(Devanagari) aus dem 5 Jahrhundert v. Chr., die maghadische Schrift aus dem 3.
Jahrhundert v. Chr., oder auch Pali, die Schrift alter buddhistischer
Bücher.
Auch heute gibt es viele unterschiedliche Schriften. Nahezu jede
Sprache hat auch ihr eigenes Schriftsystem. Während z.B. für Hindi und Sanskrit eine
gemeinsame Schrift verwendet wird, haben die Sprachen Telugu und Kannada ganz eigene
Schriften. Diese unterscheiden sich oft stark, sowohl in der Symbolik wie auch in
der Semantik. Diese Unterschiede begründen sich zum großen Teil in den in den
verschiedenen Regionen verwendeten Medien. Im Norden des Landes wurden zumeist Baumrinden, im Süden Palmblätter zur
Aufzeichnung verwendet. Da sich beide Materialien unterschiedlich verhalten,
entwickelte sich im Norden ein eher eckiges und raues, im Süden dagegen ein eher
gerundetes Schriftbild. Das in Indien vorherrschende warme und feuchte Wetter ist der Konservierung dieser alten Dokumente nicht förderlich. Auf Palmblätter
oder Baumrinden gemachte Aufzeichnungen sind daher kaum erhalten und zeugen von
unschätzbarem Wert.