Traditionen

Indien ist ein Land der Traditionen und Brauchtümer.

Diese spiegeln sich sowohl im Alltagsleben, wie auch in der Kleidung, den religiösen Festen oder auch in den uns bekannten Heilmethoden wieder.

Wenn Inder sich begrüßen, falten sie ihre Hände und verbeugen sich. Dabei sagen sie entweder `Namaskar´ (Ich begrüße Dich) oder `Namaste´ (Ich verbeuge mich). Die Verbeugung soll zeigen, dass in jedem Menschen ein Teil Gottes lebt. Der Punkt, welchen viele Inder auf der Stirn tragen, symbolisiert das in einem jeden wohnende Auge Gottes.

Auch die Kleidung der Inder entspringt einer langen Tradition. So werden zumeist freundliche und bunte Farben verwendet, welche die Aufgeschlossenheit des indischen Kulturkreises repräsentieren sollen. Traditionelle Kleidungstücke für den Mann sind z.B. die Dhoti oder die Kurta. Frauen tragen oft eine Sari, einen Salwar oder einen Lehanga.

Neben den Nationalfeiertagen (Republic Day: 26. Januar, Independence Day: 15. August, Geburtstag Mahatma Gandhi: 2. Oktober) haben vor allen Dingen religiöse Feste eine sehr große Bedeutung. Eines der wichtigsten Feste ist das Lichterfest. Die mehrtägige Feier kann aufgrund ihres friedlichen Charakters mit dem Weihnachtsfest in der westlichen Welt verglichen werden. Im Norden des Landes ist das Lichterfest gleichzeitig auch der Neujahrstag. Weitere bedeutende Feste sind Dasahra, das Frühlingsfest Holi sowie viele weitere Festlichkeiten (Pujas) zu Ehren einzelner Götter. Dazu kommen noch die Feste und Feiertage anderer Religionen, z.B. das Opferfest der Muslime, und eine große Anzahl regionaler Feste. So feiert man auf dem Lande regelmäßig Erntedankfeste, um sich bei den entsprechenden Gottheiten zu bedanken. Alle indischen Feste sind gekennzeichnet durch Freude und Heiterkeit. Selbst eine Beerdigung ist ein Fest, bei dem fröhlich des Verstorbenen gedacht wird.

Bekannt ist Indien nicht zuletzt auch durch seine alternativen Heilmethoden, wie z.B. die Ayurveda oder Yoga. Alternative bzw. ganzheitliche Heilmethoden versuchen, die Ursache des Leidens und nicht nur die Symptome zu behandeln. Sie sollen sowohl den Körper, als auch den Geist und die Seele gleichermaßen ansprechen. Ayurveda (Wissen vom Leben) gilt als die älteste Gesundheitslehre überhaupt. Yoga sind alte indische Entspannungs- bzw. Meditationsübungen, mit Hilfe deren man ein fehlendes Gleichgewicht zwischen Körper und Geist wiederherstellen kann. Alle in Indien entwickelten Heilmethoden haben das Ziel, den Menschen von seinem Leid (dukkha) zu befreien.