Als Freiwilliger zum Arbeiten nach Indien

Nach dem Abitur zieht es viele junge Deutsche heutzutage in die Ferne. Für ein Jahr als Backpacker nach Australien oder in die USA ist für die Meisten mittlerweile selbstverständlich. Doch es gibt auch andere Möglichkeiten, sein Jahr im Ausland zu verbringen, z.B. in Form von Freiwilligenarbeit in exotischen Ländern wie Indien. Auf dem riesigen Subkontinent kann man an gleich unzähligen Orten diesen Dienst verrichten, natürlich auf freiwilliger Basis.

Auf Augenhöhe mit den Menschen: Indische Kinder flechten Volontärin die Haare

Ob in der Region Rajastah, in der Himalaya-Gegend, in den Millionenmetropolen Neu-Delhi und Mumbai oder in der Küstenregion Goa – für jedermann findet sich der richtige Ort. Meist verbringt man ein ganzes Jahr in einer speziellen Region und arbeitet für ein bestimmtes Projekt. Doch es gibt auch Ausnahmen. Für junge Menschen, die nur einige Wochen nach Indien möchte, ist auch ein Kombi-Programm attraktiv. Dieses ist so gestaltet, dass man seine Freiwilligenarbeit in gleich zwei verschiedenen Regionen verrichtet, nämlich in Rajasthan und Himachal. Etwas ältere Volontäre ab 30 Jahren können ein ebenfalls spezielles Programm buchen, bei dem sie über mehr Privatsphäre verfügen, sprich, mehr Freiraum haben.

Eine gute Planung und Vorbereitung sind allerdings von Bedeutung, denn Indien ist weit entfernt von Deutschland und ein anderer Kulturkreis. Daher sollte man sich vor Antritt der Reise bestens auf den dortigen Arbeitseinsatz vorbereiten, damit das Jahr oder die Wochen und Monate, die man dort verbringen möchte, nicht zum „Reinfall“ werden.

Jaipur und Goa bieten sich für einen Freiwilligendienst an

Die Regionen Jaipur und Goa werden besonders oft für einen Freiwilligendienst in Indien gewählt. Kein Wunder, denn hier gibt es zahlreiche Betätigungsfelder. Jaipur etwa ist eine Hochburg des alten indischen Kunsthandwerks und bietet zahlreiche Ausflugsmöglichkeiten, während Goa an der Küste Indiens ebenfalls mit einer wunderschönen Natur aufwarten kann.

Allerdings gibt es hier auch eine Vielzahl an Problemen, wie überall im Riesenreich: Umweltverschmutzung und große Armut sind hier leider allgegenwärtig. Vor allem die Mädchen leiden in Regionen wie Jaipur und Goa nicht selten unter Mangelernährung, nicht vorhandener Schulbildung, fehlender Gesundheitsversorgung, Missbrauch in der Familie und vielem mehr. Die Hilfsprojekte, an denen die Teilnehmer mitwirkten können, sollen dieses weit verbreitete Leid zumindest in Einzelfällen etwas mindern.

Die Einsatzgebiete für einen Dienst in Indien sind vielfältig

Praktika und freiwillige Sozialdienste sind auch in indischen Kindertagesstätten, Schulen oder Altenheimen möglich. An lokalen Schulen hilft man beim Unterrichten der Kinder in Englisch, Mathematik, anderen Fächern, im sozialen Bereich und vor allem auch beim Sport. Den einheimischen Lehrern steht man sozusagen als kreative und interaktive Hilfskraft zur Verfügung. Man bringt eigene Lehrmethoden mit ein, welche den indischen Kindern Spaß am Lernen vermitteln. Zu diesem Zweck wird man auch mit neuen und modernen Büchern und anderen Schulmaterialien ausgerüstet.

Ein sozialer Dienst in Indien ist auch im Gesundheitssektor möglich. Dort werden gerne solche Volontäre eingesetzt, die schon über medizinische Vorkenntnisse verfügen. Es ist allerdings kein Muss, denn auch Laien können im Gesundheitssektor arbeiten. Je nach Erfahrung unterstützt man das einheimische medizinische Personal bei der Arbeit oder kümmert sich auch um die Pflege der Patienten. Die spezifischen Frauen-und Mädchenprojekte sollen das Ziel haben, den jungen Mädchen und Frauen bei der Ausbildung und Selbständigkeit im Leben zu helfen.

Lernen und Sport stehen mit im Vordergrund

Wer die Arbeit mit Kindern besonders liebt, der hat in Indien ebenfalls zahlreiche Möglichkeiten. Bei dieser nicht immer leichten Arbeit mit den Kleinen sollen ernstes Lernen und Spaß Hand in Hand miteinander gehen. Als Freiwilliger organisiert man abwechslungsreiche Freizeitaktivitäten für die Kinder, fördert ihre Kreativität durch Musik, Spiele und Kunst und unterrichtet sie in Sprachen, Naturwissenschaften und in anderen Gebieten.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Sport. Um sportliche Talente aus den armen Gesellschaftsschichten zu filtern und zu fördern, hilft man als Freiwilliger den einzelnen Schülern in bestimmten Sportarten, um die vorhandenen Fähigkeiten noch weiter auszubauen und auch das Selbstbewusstsein der Kinder zu stärken. Das Sport für Körper und Geist wichtig ist, soll den Kindern ebenfalls vermittelt werden.

Auch in der Infrastruktur ist ein Einsatz im indischen Freiwilligendienst möglich. So kann man etwa bei der Verschönerung von Klassenräumen oder dem Neubau bzw. der Sanierung von Schulen und sportlichen Einrichtungen behilflich sein.

Weitere Felder sind die Arbeit an der Erweiterung der Abwasser- und Ablaufsysteme, der Solarlichtinstallationen oder Regenwassereinrichtungen.

Detaillierte Infos über Land und Leute und viele andere interessante Fakten zu einem Praktikum in Indien findet man auf den zahlreichen Websites im Internet. Ein mehrmonatiges oder gleich einjähriges Engagement in Indien ist spannend, interessant und eine „Schule fürs Leben“, im wahrsten Sinne des Wortes. Mit guter Planung ist ein Freiwilligendienst im Land des Taj Mahals auf jeden Fall etwas Sinnvolles und Interessantes.