Ajanta und Ellora in Maharashtra gehören zu den größten Kunstschätzen Indiens: In Ajanta schmücken über 1.500 Jahre alte Wandmalereien buddhistische Höhlenklöster, in Ellora wurde der Kailasa-Tempel aus einem einzigen Felsen gemeißelt. Beide Stätten sind UNESCO-Welterbe und lassen sich von der Stadt Aurangabad aus in zwei Tagen besuchen.
Manche Orte beeindrucken durch Größe, andere durch Feinheit. Ajanta und Ellora vereinen beides. In Ellora arbeiteten Steinmetze über Generationen von oben nach unten durch den Basalt und schufen einen Tempel, der aussieht, als sei er gebaut worden. In Ajanta zogen sich Mönche in eine Schlucht zurück und bemalten ihre Hallen mit Szenen aus den Leben des Buddha, die bis heute Farbe zeigen. Zusammen erzählen die Orte, wie Buddhismus, Hinduismus und Jainismus in Indien nebeneinander Kunst hervorbrachten. Dieser Reiseführer erklärt dir, was du siehst, wie du die Besuche organisierst und worauf du achten solltest. Den Rahmen des Bundesstaates bietet die Seite zu Maharashtra.
| Lage | Nahe Aurangabad, Maharashtra (Dekkan-Hochland) |
|---|---|
| Ajanta | Rund 30 buddhistische Höhlen, Wandmalereien |
| Ellora | 34 Höhlen: buddhistisch, hinduistisch, jainistisch |
| Wahrzeichen | Kailasa-Tempel (Höhle 16) |
| Status | UNESCO-Welterbe seit 1983 |
| Ruhetage | Meist Montag (Ajanta) und Dienstag (Ellora), vorab prüfen |
| Beste Reisezeit | Oktober bis Februar; Monsun für grüne Landschaft |
Häufige Fragen auf dieser Seite
Was ist das Besondere an den Höhlen von Ajanta?
Ajanta liegt in einer hufeisenförmigen Schlucht über dem Fluss Waghora. Die rund 30 Höhlen wurden in zwei Bauphasen aus dem Fels gehauen, die erste ab etwa dem 2. Jahrhundert v. Chr., die zweite im 5. und 6. Jahrhundert n. Chr. Sie dienten als Klöster (Viharas) mit Schlafzellen und als Gebetshallen (Chaityas) mit Stupa. Berühmt sind die Wandmalereien der späteren Phase: Sie zeigen Szenen aus den Jataka-Erzählungen über frühere Leben des Buddha, höfische Szenen, Tänzerinnen, Tiere und Pflanzen in sorgfältig geschwungenen Linien. Der Bodhisattva Padmapani, der eine Lotusblüte hält, zählt zu den berühmtesten Bildern. Nach dem Niedergang des Buddhismus in der Region gerieten die Höhlen in Vergessenheit; sie wurden 1819 von einem britischen Offizier auf einer Jagd wiederentdeckt. Durch das Dämmerlicht und die Empfindlichkeit der Farben sind Blitzlicht und Berühren verboten, und die Besucherzahl in einzelnen Höhlen ist begrenzt. Sehenswert sind besonders die Höhlen 1, 2, 16, 17 und 26. Einen größeren Blick auf indische Malerei gibt die Seite zur indischen Kunst.
Warum ist der Kailasa-Tempel in Ellora so berühmt?
Ellora, rund 30 Kilometer von Aurangabad entfernt, zeigt auf kurzer Strecke, wie drei Religionen Felsen bearbeiteten. Die Höhlen 1 bis 12 sind buddhistisch, 13 bis 29 hinduistisch, 30 bis 34 jainistisch. Das Highlight ist Höhle 16, der Kailasa-Tempel, der Shiva gewidmet ist und im 8. Jahrhundert unter den Rashtrakuta-Herrschern entstand. Die Bauleute trugen den Felsen nicht Stein für Stein auf, sondern meißelten ihn von oben nach unten aus dem Berg. Das Ergebnis ist ein mehrstöckiger Tempel mit Eingangstor, Hallen, Türmen, Elefantenfiguren und Reliefs aus dem Ramayana und dem Mahabharata, geschaffen in einem einzigen Block. Er misst rund 60 Meter in der Länge und etwa 30 Meter in der Höhe. Die Dimensionen erkennst du am besten, wenn du erst durch den Hof gehst und danach über einen Seitenweg nach oben steigst, um von oben auf den Tempel zu blicken. Hintergründe zur Architektur findest du bei den Tempelbauten Indiens.
Weitere Höhlen in Ellora
Neben dem Kailasa-Tempel lohnt Höhle 10, die Vishvakarma-Höhle, eine buddhistische Gebetshalle mit hoher Decke, aus der Rippenstrukturen wie Holzbalken gemeißelt sind, und mit einem großen Buddha am Ende. Sie wird als Zimmermannshöhle bezeichnet, weil sie Holzbau nachahmt. Hinduistische Höhlen wie die Rameshwar-Höhle (21) zeigen elegante Skulpturen von Flussgöttinnen und Liebespaaren. Die jainistischen Höhlen im Norden, vor allem die Höhle 32, sind kleiner, aber fein gearbeitet, mit Säulen, Reliefs und Tirthankaras. Wer die Religionen vergleicht, erkennt, wie unterschiedlich die Bildsprache ist und wie sehr sich Formen gegenseitig beeinflussten. Hintergrund zu Glaubenswelten bietet die Seite Religionen in Indien. Für Ellora reichen vier bis fünf Stunden gut aus.
Wie organisiere ich den Besuch von Aurangabad aus?
Die Stadt Aurangabad ist die praktische Basis. Sie hat einen Flughafen und einen Bahnhof, Verbindungen nach Mumbai, Pune und Delhi sowie Hotels in allen Preisklassen. Ellora liegt nur etwa eine Dreiviertelstunde entfernt, Ajanta erfordert mit rund zwei bis drei Stunden Fahrt je Richtung mehr Zeit. Plane daher zwei Tage ein: Ajanta früh am Morgen, damit du vor der Mittagshitze und den Gruppen ankommst, und Ellora am zweiten Tag. Du kannst ein Auto mit Fahrer mieten, an einer Tour teilnehmen oder öffentliche Busse nutzen. Wegen des Naturschutzes fahren die letzten Kilometer nach Ajanta mit speziellen Shuttle-Bussen von einem Parkplatz aus. Die Höhlen sind meist an einem Wochentag geschlossen, bei Ajanta oft am Montag, bei Ellora am Dienstag; die Regeln ändern sich, also prüfe sie vor Abfahrt. Trage bequeme Schuhe, denn es gibt viele Stufen, bringe Wasser mit und eine Taschenlampe oder ein Handylicht für dunkle Ecken (ohne Blitz). Wer die Reise von der Küste aus plant, kombiniert sie mit Mumbai.
Was gibt es in und um Aurangabad zu sehen?
Aurangabad ist nach dem Mogulherrscher Aurangzeb benannt. Das bekannteste Bauwerk ist der Bibi Ka Maqbara, ein Mausoleum, das dem Taj Mahal nachempfunden ist und deshalb als kleiner Bruder gilt; es ist weniger prunkvoll, aber ruhig und schön proportioniert. Vergleichen kannst du es mit dem Taj Mahal. Rund 15 Kilometer entfernt liegt das Daulatabad-Fort (Devagiri) auf einem Felsen, mit mehreren Befestigungsringen, einer dunklen Tunnelanlage und einem Aussichtsturm. Im 14. Jahrhundert verlegte ein Sultan zeitweilig seine Hauptstadt hierher, was bis heute Teil der Erzählung des Ortes ist. Außerdem gibt es die Panchakki, eine alte Wassermühle mit Kanälen. Der Besuch verbindet sich gut mit einem Tag Ellora. Beachte unterwegs lokale Kleiderregeln an religiösen Stätten, Hinweise dazu stehen in der Rubrik Verhalten und Knigge.
Ausrüstung und Verhalten vor Ort
Beide Stätten verlangen Ausdauer. In Ajanta läufst du auf Treppen und Gängen am Hang entlang, dazu kommen Sonne und Staub; ein Hut, Sonnenschutz und festes Schuhwerk sind wichtiger als ein großes Objektiv. In vielen Höhlen musst du die Schuhe ausziehen oder Überschuhe tragen, bring daher Socken mit. Die Beleuchtung in Ajanta ist spärlich, was die Malereien schont, aber das Fotografieren erschwert: Stelle die Kamera auf hohe Lichtempfindlichkeit, nutze kein Blitzlicht und lege die Kamera auf eine Mauer statt auf ein Stativ, das oft verboten ist. Lokale Führer bieten ihre Dienste am Eingang an; ein erfahrener Guide erklärt die Bilder und ist gerade bei den Jataka-Szenen eine Hilfe. Vereinbare den Preis vor dem Start. Verhalte dich in Höhlen, die noch als Heiligtum genutzt werden, still und respektvoll. Händler und Kinder am Eingang verkaufen Postkarten und Figuren; ein freundliches Nein genügt meist.
Übernachten, Essen und Anschluss
In Aurangabad findest du von einfachen Gästehäusern bis zu Hotels mit Pool alles; für Ellora gibt es zudem einige Unterkünfte direkt an der Strecke, wenn du früh vor Ort sein möchtest. Die Küche der Region ist von Marathi- und Mogulgerichten geprägt: Probiere die würzigen Fleisch- und Linsengerichte oder die lokale Variante von Naan und Kebab. Für den Anschluss reist du entweder weiter nach Mumbai, nach Pune oder mit dem Zug in den Norden; viele Rundreisenden verbinden den Besuch mit dem Weg nach Hampi oder nach Madhya Pradesh. Die Landschaft dazwischen ist das Dekkan-Plateau mit Baumwollfeldern, Granitrücken und Basaltstufen; Hinweise dazu findest du auf der Seite zur Geografie Indiens.
Geschichte hinter den Höhlen
Dass hier Höhlen entstanden, liegt an der Geologie und am Handel. Der Dekkan-Basalt ist hart, lässt sich aber bearbeiten und hält Jahrhunderte. Die Handelsrouten zwischen Küste und Hinterland verliefen in der Nähe, und reiche Händler, Könige und Mönche finanzierten die Arbeiten. In Ajanta entstanden Klöster, in denen Mönche lebten, studierten und meditierten, besonders in der Regenzeit, wenn Reisen schwierig war. In Ellora überlappen Epochen: Auf buddhistische Anlagen folgten hinduistische Tempel und jainistische Höhlen, was die religiöse Offenheit der Region zeigt. Später verlor sich die Bedeutung, doch die Orte blieben der lokalen Bevölkerung bekannt. Heute gehören sie zu den bedeutendsten kulturellen Stätten Indiens und stehen für die Fähigkeit, Fels in Kunst zu verwandeln. Mehr zur Chronologie findest du auf der Seite zur Geschichte Indiens.
Besuche in Ajanta zuerst die Höhlen 26 und 19 auf der rechten Seite und gehe dann in umgekehrter Reihenfolge zurück, bevor die Gruppen ankommen. Wer die Höhle 1 zur Mittagszeit meidet, erlebt die Malereien ruhiger. Steige außerdem zum Aussichtspunkt gegenüber der Schlucht, von dem aus du die Höhlenreihe als Ganzes siehst. In Ellora lohnt ein Spaziergang zur Rückseite des Kailasa-Tempels, von wo du den Tempel von oben im frühen Licht fotografieren kannst.
Wie viele Tage brauche ich für Ajanta und Ellora?
Plane zwei Tage ein, einen für Ajanta und einen für Ellora mit Aurangabad. Wer wenig Zeit hat, schafft Ellora und Daulatabad an einem Tag.
Darf ich in den Höhlen fotografieren?
Fotografieren ist meist erlaubt, Blitzlicht ist wegen der empfindlichen Malereien jedoch verboten. Regeln können sich ändern, prüfe sie vor Ort.
Wann sind die Höhlen geschlossen?
Meist hat Ajanta montags und Ellora dienstags Ruhetag. Das kann sich ändern, deshalb prüfe aktuelle Zeiten vor der Fahrt.
Wann ist die beste Reisezeit?
Von Oktober bis Februar ist es angenehm trocken. Im Monsun sind die Landschaft grün und die Wasserfälle voll, aber Wege können rutschig sein.
Eine weitere Felstempel-Gruppe liegt auf der Insel Gharapuri im Hafen von Mumbai: die Elephanta-Höhlen.
Zwei Welterbestätten, ein Dekkan-Abenteuer
Gemalte Buddha-Geschichten und ein Tempel aus einem Stück Fels: Plane deine Reise nach Maharashtra.
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