Andamanen: Havelock, Neil und Port Blair – Anreise, Reisezeit und Tipps

Andamanen: Havelock, Neil und Port Blair – Anreise, Reisezeit und Tipps

Die Andamanen sind eine indische Inselgruppe im Golf von Bengalen mit Palmenstränden, Korallenriffen und tropischem Regenwald. Sie erreichst du per Flug nach Port Blair, von dort geht es per Fähre zu Inseln wie Havelock und Neil. Beste Zeit ist grob November bis April; im Monsun fallen Fähren und Tauchgänge öfter aus.

Wer an Indien denkt, hat selten Südsee-Bilder im Kopf, doch genau die findest du auf den Andamanen und Nikobaren, einer Kette von mehr als 500 Inseln weit östlich des Festlands, näher an Myanmar und Thailand als an Chennai. Das Gebiet ist ein indisches Unionsterritorium und gehört zur Zeitzone des Festlands, du musst also keine Uhr umstellen; Reisende besuchen vor allem den Andamanen-Teil mit der Hauptstadt Port Blair und wenigen gut erschlossenen Inseln. Diese Seite zeigt dir, wie du hinkommst, wann du fährst, welche Inseln sich lohnen, was du dort erlebst und was du zu Einreiseregeln wissen musst. Allgemeine Hinweise zur Natur der Region stehen auch im Beitrag zu den Regenwäldern in Indien.

LageGolf von Bengalen, östlich des indischen Festlands
StatusUnionsterritorium mit Andamanen und Nikobaren
HauptortPort Blair mit Flughafen
Beliebte InselnHavelock (Swaraj Dweep), Neil (Shaheed Dweep), Ross Island
AnreiseFlug von Chennai, Kolkata, Delhi und weiteren Städten
Beste ZeitNovember bis April
BesonderheitTauchen, Schnorcheln, Strände; Nikobaren und Schutzgebiete für Touristen gesperrt

Wie komme ich auf die Andamanen?

Die meisten Reisenden fliegen nach Port Blair. Es gibt Direktflüge ab Städten wie Chennai, Kolkata und Delhi, teils auch ab weiteren Großstädten; Flugpläne ändern sich, prüfe die aktuellen Verbindungen. Die Flugzeit ab Chennai oder Kolkata beträgt grob zwei Stunden. Schiffe vom Festland gibt es ebenfalls, sie sind aber langsam und für Touristen eher exotische Alternative. Auf den Inseln selbst reist du per Fähre, Taxi und Roller. Beachte, dass das Gepäcklimit bei Inlandsflügen oft enger ist als im Langstreckenflug (Flugverkehr in Indien).

Für die Verbindung zwischen den Inseln nutzen die meisten Reisenden private Katamarane und staatliche Fähren. Nach gängigen Angaben dauert die Überfahrt von Port Blair nach Havelock mit einem Katamaran etwa zwei bis drei Stunden und mit der staatlichen Fähre länger. Von Havelock nach Neil sind es rund eine Stunde. Fähren sind wetterabhängig und werden bei rauer See gestrichen. Buche daher früh und plane einen Puffertag vor dem Rückflug ein. Zur Einreise nach Indien selbst siehe Visum und Einreise.

Wann ist die beste Reisezeit?

Die Andamanen haben tropisches Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit und zwei Regenzeiten. Als beste Zeit gilt November bis April, wenn das Meer ruhig ist, die Sicht beim Tauchen gut ist und die Fähren zuverlässig fahren. Ab etwa Mai bringt der Südwestmonsun Regen, hohe Wellen und eingeschränkten Fährbetrieb; manche Unterkünfte und Tauchbasen schließen. Rechne mit Einschränkungen bis in den Herbst. Im Spätjahr sind Zyklone im Golf von Bengalen möglich.

Die Hauptsaison zwischen Dezember und Februar ist teuer und gut gebucht, wer flexibel ist, findet im November oder März oft ruhigere Zeiten bei gutem Wetter. Planst du die Reise im Rahmen einer größeren Rundreise, hilft die Seite Beste Reisezeit für Indien. Sonnenschutz, Mückenschutz, leichte Kleidung und ausreichend Trinken sind wegen der Feuchtigkeit wichtig, und ein wasserdichter Beutel schützt Handy und Kamera vor Spritzwasser auf den Booten (Gesundheit und Impfungen).

Welche Inseln und Orte lohnen sich?

Port Blair ist Start und Ziel. Sehenswert ist das Cellular Jail, ein Gefängnis aus der britischen Kolonialzeit, in dem Freiheitskämpfer inhaftiert waren; heute ist es Gedenkstätte mit abendlicher Licht-und-Ton-Show. Auf Ross Island stehen Ruinen der früheren britischen Verwaltung, überwuchert von Wurzeln. Die Geschichte der Zeit erklärt die Seite Unabhängigkeit Indiens.

Wer mehr über die Geschichte erfahren möchte, plant für Port Blair einen halben Tag ein, denn das Museum und die Gedenkstätte liefern Hintergründe zum Freiheitskampf und zur Inselwelt. Das Herz des Tourismus ist Havelock, offiziell Swaraj Dweep. Hier liegt der Radhanagar Beach, der oft zu den schönsten Stränden Asiens gezählt wird, dazu kommen Tauchbasen, Schnorchelspots wie Elephant Beach und einfache bis gehobene Resorts. Neil, offiziell Shaheed Dweep, ist kleiner und ruhiger, mit Fischerdörfern, Mangroven und Naturbrücken. Weitere Ziele sind Baratang mit Kalksteinhöhlen und Mangrovenkanälen sowie Meeresschutzgebiete rund um Port Blair. Viele Reisende wählen eine Route von drei bis fünf Inseln-Nächten: Port Blair, Havelock, Neil, zurück.

Brauche ich einen Permit und was ist verboten?

Seit 2018 brauchen die meisten ausländischen Gäste für die touristisch erschlossenen Inseln keinen gesonderten Restricted Area Permit mehr; für einige Nationalitäten gelten weiterhin Sonderregeln. Gesperrt bleiben die Schutzgebiete indigener Völker, etwa North Sentinel Island und das Reservat der Jarawa, sowie große Teile der Nikobaren; dort ist Besuchern der Zutritt verboten. Die Regeln wurden mehrfach angepasst, deshalb solltest du vor der Reise bei der indischen Botschaft oder der Inselverwaltung nachfragen und deine Angaben dokumentieren. Grundlagen zu Visum und Einreise stehen auf der Seite Visum und Einreise; Botschaftsadressen findest du unter Botschaften und Konsulate.

Gesperrt sind die Nikobaren für Touristen sowie die Gebiete der indigenen Gemeinschaften. Die Ureinwohner, darunter die Jarawa und die Sentinelesen, leben zum Teil isoliert und sind geschützt. Das Fotografieren, Anhalten oder Kontaktieren ist verboten, und Verstöße werden bestraft. Respektiere auch Naturschutzvorschriften: Korallen berühren, Muscheln sammeln und Müll liegen lassen sind tabu. Bei Sicherheitsfragen gilt wie überall: vor der Reise die Reisehinweise des Auswärtigen Amts prüfen.

Tauchen und Schnorcheln

Die Gewässer rund um die Andamanen gelten als Tauchrevier mit klarem Wasser, Riffen, Wracks und Fischschwärmen. Auf Havelock und Neil gibt es Tauchschulen für Anfänger und Fortgeschrittene, viele bieten Schnuppertauchen und Kurse an. Achte auf anerkannte Verbände, gepflegte Ausrüstung und kleine Gruppen. Wer nur schnorcheln will, findet an mehreren Stränden Riffe nahe am Ufer, am besten bei ruhiger See. Gesundheitliche Voraussetzungen wie Erkältung, Herzprobleme oder Schwangerschaft klärst du vor dem Tauchen. Nimm riffschonende Sonnencreme mit und berühre nichts im Wasser.

Strände, Natur und Ruhe

Die Inseln sind kein Ort für Partys. Es gibt Strände, Hängematten, Sonnenaufgänge und abends Fisch und Meeresfrüchte in einfachen Lokalen. Strom und Internet sind begrenzt, Handynetze laufen oft nur bei bestimmten Anbietern; plane deshalb etwas Offline-Zeit ein (Handy, Internet und SIM-Karte). Geldautomaten sind auf den kleineren Inseln selten, nimm ausreichend Bargeld mit (Geld, Kosten und Trinkgeld). Der Wald ist artenreich, doch Wanderungen solltest du nur auf ausgewiesenen Wegen und mit Guide unternehmen. Strömungen können gefährlich sein; baden gehst du nur an bewachten oder als sicher bekannten Stellen, nicht allein, und beachtest Warnflaggen.

Reiseplanung: Dauer, Kosten und Kombination

Für Port Blair, Havelock und Neil brauchst du mindestens fünf bis sieben Tage, wenn du nicht hetzen willst. Inselhopping lässt sich gut mit einer Reise in den Süden verbinden: Chennai und Kerala sind logische Anschlussziele (Südindien und Kerala). Das Preisniveau reicht von einfachen Gästehäusern bis zu Luxus-Resorts; konkrete Preise ändern sich stark und hängen von der Saison ab. Hinweise zu Packen und Ausrüstung bietet die Packliste für Indien. Beachte außerdem die Sicherheitshinweise auf der Seite Sicherheit in Indien.

Beispielroute für eine Woche

Tag 1: Ankunft in Port Blair, am Abend Cellular Jail und die Licht-und-Ton-Show, sofern sie an deinem Termin stattfindet. Tag 2: früher Katamaran nach Havelock, Nachmittag am Strand. Tag 3: Sonnenaufgang, Tauchgang oder Schnorchelausflug, abends Fischlokal. Tag 4: Radhanagar Beach und Ruhetag. Tag 5: Fähre nach Neil, Fahrrad oder Roller, Mangroven und Fischerhafen. Tag 6: zurück nach Port Blair, Ross Island oder Einkäufe. Tag 7: Rückflug mit Pufferzeit. Diese Route ist ein Beispiel; passe sie an Wetter, Fährpläne und eigene Interessen an.

Zum Essen gibt es frischen Fisch, Garnelen und Hummer in einfachen Strandlokalen, daneben südindische Gerichte und Kokosnuss in vielen Formen. Leitungswasser trinkst du nicht, sondern greifst zu abgefülltem oder gefiltertem Wasser. Wer Fisch isst, achtet auf Frische und isst nur dort, wo Kühlung funktioniert. Informationen zur Küche findest du unter Indische Küche. Frühstück gibt es oft mit Obst, Dosa oder Eiern, und viele Resorts bieten Halbpension, weil die Auswahl abends begrenzt ist. Beachte außerdem, dass Alkohol nur in lizenzierten Lokalen erhältlich ist und die Preise auf den Inseln höher liegen als auf dem Festland, weil vieles eingeschifft werden muss.

Geheimtipp

Plane deine Andamanen-Reise rückwärts: Lege zuerst den Rückflug fest, buche dann die Fähren und gib dir mindestens einen Reservetag, falls das Meer zu rau ist. Wer am Tag des Weiterflugs noch von Havelock zurückfahren muss, riskiert, den Anschluss zu verpassen. Und wer kann, übernachtet am Ende der Reise noch einmal in Port Blair, damit der Weg zum Flughafen kein Stress wird.

Wie lange sollte ich auf den Andamanen bleiben?

Mindestens fünf bis sieben Tage, um Port Blair, Havelock und Neil entspannt zu sehen. Mit weniger Zeit sparst du Inseln, denn Fähren und Wetter kosten Spielraum.

Brauche ich als Deutscher ein Permit?

Nach gängigen Angaben können die meisten Gäste die beliebten Inseln ohne Sondergenehmigung besuchen. Die Regeln wurden mehrfach geändert, deshalb vorab bei Botschaft oder Behörden bestätigen.

Wann ist die Regenzeit?

Der Südwestmonsun bringt etwa ab Mai Regen und raue See. Als beste Zeit gilt November bis April. Zyklone im Golf von Bengalen sind im Spätjahr möglich.

Kann ich auf den Andamanen tauchen lernen?

Ja, auf Havelock und Neil bieten Tauchschulen Schnuppertauchen und Kurse an. Achte auf anerkannte Verbände, gute Ausrüstung und kleine Gruppen.

Palmen, Riffe und Stille

Plane die Inseln mit Puffertagen, damit Fähren und Wetter dir nicht den Rückflug verderben.

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