Bundi in Rajasthan, Hauptort der Hadoti-Region, ist eine ruhige Palast- und Festungsstadt zwischen Hügeln und Seen. Zu den Höhepunkten zählen der Garh-Palast mit Wandmalereien der Bundi-Schule, die hoch gelegene Festung Taragarh, der Stufenbrunnen Rani Ji Ki Baori von 1699 und das Kenotaph mit 84 Säulen. Das Flugziel ist Jaipur, die Bahnstation heißt Bundi.
Bundi gehört zu den Orten Rajasthans, die weit weniger besucht werden, als ihre Bauten verdienen. Die Stadt liegt in der Region Hadoti und wird von Hügeln, Seen und Stufenbrunnen geprägt. Über den Gassen erhebt sich die Festung Taragarh, darunter schmiegt sich der Garh-Palast an den Hang, und an den Seen warten Gärten, Kenotaphe und Wasserpaläste. Besonders ist die eigene Malschule: Im Palast und in der Chitrashala sind Wandbilder erhalten, die Nächte, Wasser und Bewegung ganz anders zeigen als die Miniaturen anderer Höfe. Dieser Ratgeber führt dich durch Palast, Festung und Stufenbrunnen, erklärt die Bundi-Malerei, beschreibt Seen, Tempel und Schutzgebiet, zeigt Feste, Essen und Einkäufe und zeigt, wie du zwei Tage sinnvoll planst. Bundi liegt im Bundesstaat Rajasthan und lässt sich gut mit Chittorgarh, Udaipur und Jaipur verbinden.
| Lage | Region Hadoti, Rajasthan |
|---|---|
| Palast | Garh-Palast (Bundi Palace) mit Hathi Pol, Chhatra Mahal und Badal Mahal |
| Festung | Taragarh, die „Sternenfestung“, auf einem steilen Hügel |
| Stufenbrunnen | Rani Ji Ki Baori, 1699 fertiggestellt, 46 Meter tief |
| Kenotaph | Chaurasi Khambon ki Chhatri mit 84 Säulen, 1683 |
| Kunst | Bundi-Schule der Malerei, 17. Jahrhundert bis Ende des 19. Jahrhunderts |
| Schutzgebiet | Ramgarh Vishdhari, 52. Tigerreservat Indiens |
| Flughafen und Bahnhof | Jaipur (JAI), Bahnhof Bundi (BUDI) |
Häufige Fragen auf dieser Seite
Was ist das Besondere am Garh-Palast von Bundi?
Der Garh-Palast, auch Bundi Palace genannt, ist keine einzelne Residenz, sondern eine Gruppe kleinerer Paläste, die über Jahrhunderte gewachsen ist. Mit dem Bau begann im 17. Jahrhundert Rao Raja Ratan Singh Hada, spätere Herrscher fügten Flügel hinzu; Rao Aniruddha Singh ließ den Rang Vilas und den Aniruddha Mahal errichten. Das Ergebnis verbindet Rajputen- und Mogulstil: Rajputisch sind die Jharokhas, die kunstvollen Balkone, und die Säulen mit Elefantenmotiven, mogulisch die Anordnung der Höfe, Gärten und Wasserspiele sowie florale und geometrische Muster an den Wänden. Die Höfe bringen Licht und Luft in die heißen Räume, große Treppen verbinden die Ebenen.
Der berühmteste Eingang ist der Hathi Pol, das Elefantentor, das Rao Ratan Singh in Auftrag gab; zwei große Elefantenfiguren flankieren den Durchgang. Der Chhatra Mahal ist für seine Wandmalereien bekannt, der Badal Mahal, der „Wolkenpalast“, liegt am Hang und öffnet weite Ausblicke. Die Hatiyansal ist eine große Säulenhalle, deren Stützen und Balken ein regelmäßiges Raster bilden. Zum Palastbezirk gehört außerdem die Chitrashala, eine Galerie mit Miniaturen und Wandbildern, davor liegt auf einer künstlichen Terrasse der Dachgarten Chaharbagh. Eine Legende erzählt von einem geheimen Gang zur Festung Taragarh, durch den die Herrscherfamilie in Gefahr geflohen sei.
Plane für den Palast mindestens zwei bis drei Stunden ein. Die Treppen sind steil, trage feste Schuhe. Die Räume mit den bemalten Wänden sind lichtempfindlich, berühre die Malereien nicht. Öffnungszeiten und Eintrittspreise ändern sich, prüfe sie vor Ort am Ticketschalter.
Wie sieht die Bundi-Malerei aus und wo siehst du sie?
Die Bundi-Schule der Malerei entstand im 17. Jahrhundert und blühte bis in die späten 1800er Jahre. Typisch sind üppiges Grün, nächtliche Himmel und Wasser, das als wirbelndes Licht vor dunklem Grund erscheint, dazu viel Bewegung in den Szenen. Der benachbarte Fürstenhof von Kota pflegte eine verwandte Miniaturmalerei, trotzdem lässt sich der Stil von Bundi an Farbigkeit und Dynamik meist gut erkennen.
Die schönsten Beispiele findest du in der Chitrashala im Garh-Palast. Sie entstand im 18. Jahrhundert unter Maharao Umed Singh und diente als privater Empfangsraum und als Rückzugsort der Herrscherfamilie. Um einen Innenhof mit Brunnen reihen sich Räume und Bogengänge, Wände und Decken sind mit Fresken bedeckt. Dargestellt sind das Leben von Krishna und Radha, mythologische Erzählungen, höfische Szenen, Pflanzen und Tiere. Die Künstler stellten ihre Farben aus Steinen, Mineralien und Pflanzen her und trugen sie mit feinen Pinseln auf. Den Erhalt der Chitrashala übernimmt der Archäologische Dienst Indiens (ASI). Weil der Ort weniger bekannt ist als große Paläste anderswo, bleibt es dort oft ruhig. Mehr zur indischen Kunst erfährst du auf der Seite Kunst in Indien.
Was erwartet dich in der Festung Taragarh?
Taragarh, die „Sternenfestung“, thront auf einem steilen Hügel über der Stadt. Die Anlage zeigt rajputische Wehrbaukunst mit mächtigen Mauern, Bastionen, Toren und Zinnen und diente den Herrschern als militärischer Stützpunkt. Es gab viele Kämpfe und Belagerungen. Innerhalb der Mauern findest du den Rani-Mahal-Tempel und den Bhim-Burj-Tempel mit Schnitzereien, außerdem ein System zum Sammeln von Regenwasser, das Wasser von den umliegenden Hügeln in große Tanks leitete, damit die Besatzung im Belagerungsfall versorgt war. Steile Hänge, schmale Pfade und versteckte Treppen prägen den Weg; über unterirdische Tunnel zu anderen Teilen der Stadt wird erzählt, ihr Verlauf ist unbekannt.
Zu den Legenden der Festung gehört ein verborgener Schatzraum, dessen Geheimnis verloren ging; belegt ist das nicht. Der Lohn des Aufstiegs ist der Rundblick über Stadt, Seen und die Aravalli-Hügel, besonders bei untergehender Sonne. Der Aufstieg führt über unebene Stufen. Nimm Wasser und Sonnenschutz mit. Die Festung lässt sich gut mit dem nahen Kenotaph und dem Stufenbrunnen Dhabhai Kund an einem Vormittag verbinden.
Wann reist du am besten nach Bundi und wie kommst du hin?
Wer im November reist, trifft auf angenehmes Wetter und kann das mehrtägige Bundi-Fest (Bundi Utsav) miterleben. Die kühleren Monate sind für das Treppensteigen in Palast, Festung und Stufenbrunnen am angenehmsten; im Sommer ist die Hitze Rajasthans auch in Bundi spürbar, und der Aufstieg nach Taragarh wird anstrengend.
Der nächste Flughafen ist der internationale Flughafen Jaipur (JAI), die Bahnstation heißt Bundi (BUDI). Von Jaipur aus erreichst du Bundi mit Bahn oder Mietwagen mit Fahrer; Näheres zu Verkehrsmitteln steht auf der Seite Fortbewegung in Indien. Die Altstadt ist klein, das Wichtigste liegt nah beieinander und lässt sich zu Fuß oder mit der Rikscha verbinden. Als Ausgangspunkt für Ausflüge dienen auch Chittorgarh, Ajmer, Udaipur, Alwar und Jaipur.
Stufenbrunnen und Kenotaph: Rani Ji Ki Baori und Chaurasi Khambon
Bundi besitzt 52 Stufenbrunnen, die Baoris, die einst Wasserquelle und Treffpunkt zugleich waren. Der schönste ist die Rani Ji Ki Baori. Sie wurde 1699 fertiggestellt und von Rani Nathavati Ji Solanki erbaut, der jüngeren Königin von Rao Raja Anirudh Singh. Der Brunnen ist 46 Meter tief und mehrstöckig; auf jeder Ebene gibt es Orte der Verehrung, und eine Treppe führt hinab zu dem Wasserbecken, das einst die Bewohner versorgte. Ein hoher Bogen, Säulen mit Schnitzereien und Bögen mit geschwungenen Konsolen fallen auf. Der schmale Eingang wird von vier Säulen gerahmt, an deren Ecken je ein Steinelefant steht.
Der Dhabhai Kund gehört zu den größten Anlagen dieser Art in der Stadt: Treppen mit Schnitzereien führen zum Wasser, verzierte Wände zeigen das Handwerk der Zeit, ein reich gestaltetes Torana-Tor und Skulpturen von Göttern, Göttinnen und Herrschern schmücken die Anlage. Das Kenotaph Chaurasi Khambon ki Chhatri (Kenotaph der 84 Säulen) ließ Rao Raja Anirudh Singh 1683 zu Ehren von Deva errichten, die in seiner Kindheit für ihn gesorgt hatte. 84 Säulen tragen das Kuppeldach, auf jedem der vier Pavillons stehen 21; unter dem Dach befindet sich ein fest verankerter Shiva-Lingam. Der Bau steht auf einem erhöhten Sockel und trägt rajputische Reliefs und Skulpturen.

Seen, Sukh Mahal, Shikar Burj und der Keshav-Rai-Tempel
Der Jait Sagar liegt zwischen grünen Hügeln und wird von Palästen und Gärten gesäumt. Lotus bedeckt das Wasser, am Ufer kannst du spazieren, mit dem Boot fahren und im Winter Zugvögel beobachten. Der Sukh Mahal liegt am Wasser; der Blick von dort über den See gehört zu den ruhigeren Momenten einer Bundi-Reise, am besten am späten Nachmittag. In der Nähe des Sukh Mahal steht im Wald der Shikar Burj, ein Wachturm aus dem 17. Jahrhundert, von dem aus Bewegungen von Feinden beobachtet wurden. Er ist in Privatbesitz der Herrscherfamilie, die ihn bei den Bundi-Festen als Jagdhütte im Freien nutzte. Eine geführte Besichtigung vermittelt Hintergründe zu Turm und Festung, im Wald leben Affen. Der Park Kshar Bagh liegt in der Nähe des Turms und wird gern am Abend besucht.
Der Keshav-Rai-Tempel in Keshoraipatan liegt am Ufer des Flusses Chambal, umgeben von üppigem Grün. Er ist Vishnu geweiht und mit Schnitzereien auf Wänden, Säulen und Decken verziert; Türme aus rotem Sandstein tragen Skulpturen von Göttern und Göttinnen, im Inneren zieren Elefanten und Pferde die Wände. Zu Janmashtami wird er prächtig geschmückt, zu Kartik Purnima baden Gläubige im Chambal, und es findet ein Fest statt. Als Hindu-Tempel ist er auch Pilgerziel. Verhalten in Tempeln erklärt die Seite Verhalten und Knigge.
Ramgarh Vishdhari: das Tigerreservat bei Bundi
Das Schutzgebiet Ramgarh Vishdhari ist das 52. Tigerreservat Indiens und das vierte in Rajasthan, nach Ranthambore, Sariska und Mukundra. Die hügeligen Wälder der Umgebung sind Lebensraum für den Indischen Wolf, den Leoparden, die Streifenhyäne, den Lippenbären, den Goldschakal, die Chinkara-Gazelle und die Nilgauantilope. Für Tiger lohnt weiterhin Rajasthans bekanntestes Schutzgebiet, beschrieben auf der Seite Ranthambore. In Ramgarh Vishdhari steht dagegen die ruhige Erkundung im Vordergrund, ohne den Andrang großer Safariziele. Beachte vor Ort die Regeln des Reservats.

Feste, Essen und Einkaufen
Das wichtigste Fest ist das Bundi Utsav im November, ein dreitägiges Kulturfest mit Volksmusik, Tanz, Kunst und Kunsthandwerk; es hebt die Miniaturmalerei der Stadt hervor. Das Gangaur-Fest feiert Ernte, Frühling und eheliche Treue. Das Kajali-Teej-Fest ist die Bundi-Variante von Teej und wird am dritten Tag des Monats Bhadrapad gefeiert. Mehr zu Festen im Jahreslauf steht auf der Seite Feste und Feiertage in Indien.
Zu den regionalen Gerichten zählen Dal Bati Churma, Ker Sangri und Gatte ki Sabzi; zum Frühstück gibt es Mawa Kachori, eine Spezialität der Stadt. Auf den Märkten findest du handgemalte Bilder der Bundi-Schule, handgewebte Textilien, Schmuck, Töpferwaren, Holzskulpturen und Bandhani-Stoffe. Einen Überblick bietet die Seite indische Küche. Ein Zweitagesplan: Am ersten Tag Kenotaph, Dhabhai Kund, Taragarh und abends der Jait Sagar; am zweiten Tag Rani Ji Ki Baori, Garh-Palast, Sukh Mahal und Kshar Bagh, danach der Basar. Die Strecke zwischen den Stationen beträgt insgesamt rund 14 Kilometer.
Beginne den Tag am Kenotaph mit den 84 Säulen und steige danach nach Taragarh hinauf, solange die Luft noch kühl ist. Den Garh-Palast mit der Chitrashala besuchst du am Nachmittag, wenn die Reisegruppen weitergezogen sind, und den Jait Sagar am späten Nachmittag.
Wie viele Tage brauchst du für Bundi?
Zwei Tage genügen für Palast, Festung, Stufenbrunnen, Kenotaph und Seen. Mit Ausflug zum Keshav-Rai-Tempel oder ins Schutzgebiet sind drei Tage angenehm.
Was ist die Bundi-Schule der Malerei?
Eine Malschule des 17. bis späten 19. Jahrhunderts mit üppigem Grün, nächtlichen Himmeln und Wasser als wirbelndem Licht. Die schönsten Beispiele sind in Garh-Palast und Chitrashala erhalten.
Wann entstand die Rani Ji Ki Baori?
Der Stufenbrunnen wurde 1699 fertiggestellt und ist 46 Meter tief. Erbaut hat ihn Rani Nathavati Ji Solanki, die jüngere Königin von Rao Raja Anirudh Singh.
Welcher Flughafen liegt Bundi am nächsten?
Der internationale Flughafen Jaipur (JAI). Die Bahnstation heißt Bundi (BUDI).
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