Chittorgarh: Festung, Vijay Stambh, Rana-Kumbha-Palast und Padmini-Legende

Chittorgarh: Festung, Vijay Stambh, Rana-Kumbha-Palast und Padmini-Legende

Die Festung von Chittorgarh in Rajasthan ist ein Welterbe auf einem 700 Acre großen Hügel, 150 Meter über der Stadt. In ihr stehen 65 historische Bauwerke: der Siegesturm Vijay Stambh von 1448, der Rana-Kumbha-Palast, der Palast der Rani Padmini, der Meera-Tempel und die Jain-Tempel von Sathis Deori. Die Festung war Hauptstadt von Mewar; Udaipur ist der nächste Flughafen.

Chittorgarh ist die Festung, die in Rajasthan für Mut, Belagerung und Opfer steht. Auf einem Hügel, 150 Meter über der Stadt, erstreckt sich die Anlage über rund 700 Acre; sie ist die größte Festungsanlage des Landes und war die Hauptstadt des Königreichs Mewar. Die Festung wurde mehrfach angegriffen: 1303 belagerte Alauddin Khilji sie, 1533 richtete Bahadur Shah von Gujarat schwere Zerstörungen an, 1568 nahm der Mogul Akbar sie ein, und 1616 gab Jahangir sie an die Rajputen zurück. Dieser Ratgeber führt dich durch die Festung, erzählt die Legende der Rani Padmini, stellt die Paläste, Türme und Tempel vor und nennt Kunsthandwerk, Essen, Klima und Anreise. Chittorgarh liegt im Bundesstaat Rajasthan und lässt sich mit Udaipur, der von einem Sohn der Festung gegründeten Stadt, und mit Pushkar verbinden.

LageChittorgarh, Rajasthan, Festung 150 m über der Stadt
Flächerund 700 Acre, größte Festungsanlage des Landes
Bauwerke65 historische Bauwerke, darunter Paläste, Tempel, Türme und Wasserbecken
Toresieben Tore
Belagerungen1303 Alauddin Khilji, 1533 Bahadur Shah, 1568 Akbar
SiegesturmVijay Stambh, 1448 von Rana Kumbha erbaut
AnreiseFlughafen Udaipur (UDR), Bahnhof Chittaurgarh Junction (COR)

Was ist die Festung von Chittorgarh?

Die Festung ist ein Welterbe. Sie steht auf einem Hügel 150 Meter über der Stadt, bedeckt rund 700 Acre und enthält 65 historische Bauwerke, darunter rund 20 große Tempel, Paläste, Denkmäler, Siegestürme und viele Wasserbecken. Sieben Tore führen in die Anlage. Sie war die Hauptstadt von Mewar und wurde mehrfach angegriffen.

Zu den Zielen gehören der Palast der Rani Padmini, das Fateh-Prakash-Palastmuseum, der Siegesturm Vijay Stambh, der Rana-Kumbha-Palast als ältester Palast der Festung aus dem 15. Jahrhundert, der Palast von Ratan Singh, der Palast von Jaimal und Patta, der Padmini-Garten und die Bhamashah Ki Haveli. Eine Licht- und Tonschau erzählt abends die Legenden der Festung. Mehr zur Geschichte der Epoche steht im Beitrag Mittelalter und Kolonialzeit.

Wie lautet die Legende von Rani Padmini?

Padmini war die Frau von Rawal Ratan Singh, dem Herrscher von Mewar, und wegen ihrer Schönheit bekannt. Alauddin Khilji, der Sultan von Delhi, wollte sie sehen. Ratan Singh erlaubte ihm nur einen Blick auf ihr Spiegelbild. Khilji nahm Ratan Singh daraufhin gefangen und belagerte die Festung. Ratan Singh fiel im Kampf. Padmini und die Frauen der Festung wählten den Jauhar, die Selbstopferung, um der Gefangenschaft zu entgehen. Die Legende berichtet, dass Padmini mit 700 Gefährtinnen im Keller des Rana-Kumbha-Palastes den Jauhar vollzog. Für die Rajputen ist dies ein Schlüsselmoment ihrer Geschichte.

Der Palast der Rani Padmini liegt an einem Lotusteich, seine weißen Steinwände, geschnitzten Fenster und Jharokhas, die überhängenden Balkone, spiegeln sich im Wasser. Er ist als einer der ersten Paläste Indiens ganz von Wasser umgeben. Der Palast ist von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang geöffnet. Er hat offene Höfe und miteinander verbundene Räume. Nach der Erzählung konnte Khilji von hier einen Blick auf Padmini erhaschen; der Palast wird oft zusammen mit dem Fateh-Prakash-Palast bei Sonnenuntergang besucht.

Welche Paläste, Türme und Tempel gehören zur Festung?

Der Rana-Kumbha-Palast ist aus Sandstein im Rajputenstil gebaut. Seine Wurzeln reichen bis ins 8. Jahrhundert zu Bappa Rawal, dem Begründer der Dynastie von Mewar; die heutige Gestalt stammt aus der Herrschaft des Maharana Kumbha im 15. Jahrhundert. Zwei große Eingänge führen hinein, das Suraj Pol (Sonnentor) und das Tripolia-Tor (Dreifachtor). Im Palast stehen das Zanana Mahal, das Frauenquartier, der Kanwar-Pada-Palast, der Aussichtspunkt Suraj Gokhra, ein Shiva-Tempel, die Halle der öffentlichen Audienz (Diwan-e-am), Stallungen für Pferde und Elefanten und das Schatzhaus Nau Lakha Bhandar. Ein Museum zeigt Funde aus der Geschichte. Der Palast ist von 9.30 bis 17 Uhr geöffnet; es gibt Führungen und abends eine Licht- und Tonschau. Die Legende erzählt, dass hier Maharana Udai Singh geboren wurde, den seine Amme Panna Dhai in einem Obstkorb aus der Festung rettete; er gründete später Udaipur. Auch die Dichterin Meerabai lebte der Überlieferung nach im Palast.

Der Siegesturm Vijay Stambh wurde 1448 von Rana Kumbha zum Gedenken an seinen Sieg über Mahmud Khilji in der Schlacht von Sarangpur errichtet. Der Kirti Stambh, der Turm des Ruhms, ist dem ersten Jain-Tirthankara Adinath geweiht. Der Meera-Tempel ehrt die Rajputenprinzessin Meera Bai, die Krishna verehrte; vor dem Tempel steht eine Statue aus fünf Körpern mit einem Kopf, die für das Fehlen von Unterschieden nach Kaste und Glaube steht. Der Kalika-Mata-Tempel war im 8. Jahrhundert ursprünglich ein Sonnentempel und wurde später der Göttin Kali geweiht. Hinzu kommen der Kumbha-Shyam-Tempel, der Tulja-Bhavani-Tempel und die Baroli-Tempel. Der Gaumukh-Teich, ein quellgespeistes Becken, lädt zu einer ruhigen Pause ein.

Wann reist du am besten nach Chittorgarh und wie kommst du hin?

Die Temperaturen im Monatsverlauf (Tiefst- bis Höchstwert in Grad Celsius): Januar 2,6 bis 29,8, Februar 4,4 bis 33,8, März 9,6 bis 38,8, April 15 bis 42,5, Mai 20,5 bis 44,5, Juni 21,8 bis 43,7, Juli 22,5 bis 38,6, August 21,7 bis 34,7, September 19,1 bis 36,9, Oktober 12,8 bis 37,3, November 7,8 bis 34 und Dezember 3,9 bis 30,6. Von April bis Juni sind es 42 bis 44 Grad, im Mai ist der Höchstwert der Hitze erreicht. Die kühlen Monate von Oktober bis Februar sind für die Besichtigung der offenen Festung die angenehmste Zeit. Mehr zum Klima steht auf der Seite beste Reisezeit für Indien.

Der nächste Flughafen ist Maharana Pratap in Udaipur (UDR), der nächste Bahnhof Chittaurgarh Junction (COR). In der Umgebung liegen die Wildschutzgebiete Bassi, Bhainsrorgarh und Sita Mata sowie das Fort von Bhainsrorgarh. Weitere Städte in Reichweite sind Udaipur, Bundi, Kota, Ajmer, Mount Abu und Jodhpur.

Die Jain-Tempel von Sathis Deori

Der Sathis-Deori-Tempel liegt in der Festung nahe dem Fateh-Prakash-Palast. Die Legende erzählt, dass er ursprünglich aus 27 Jain-Tempeln bestand, von denen nur das Hauptgebäude erhalten ist; daher heißt er auch Sattavish Deori. Er stammt aus dem 11. Jahrhundert, als der Jainismus in Rajasthan blühte. Im Zentrum steht ein Bild von Bhagwan Adinatha, dem ersten Tirthankara, in meditativer Haltung; kleinere Schreine sind anderen Tirthankaras geweiht. Der Tempel verbindet den Jain-Stil mit dem Maru-Gurjara-Stil, zu sehen sind geschnitzte Säulen mit Götterfiguren, kunstvoll gearbeitete Fenster, Marmorböden, verzierte Decken, eine Lotusskulptur und eine Bildtafel mit Szenen aus Jain-Schriften. Besucher erleben Gebete, Meditation und gelegentlich einen Jain-Mönch in weißen Gewändern. Der Tempel steht für die Grundsätze Gewaltlosigkeit (Ahimsa), Wahrhaftigkeit (Satya) und Loslösung (Vairagya).

Kunsthandwerk und Märkte

In Chittorgarh sind drei Handwerke zu Hause. Der Thewa-Schmuck ist rund 400 Jahre alt; er besteht aus Goldfiligran auf farbigem, geschmolzenem Glas und wird zu Bilderrahmen, Spiegeln und Halsketten verarbeitet. Die Holzspielzeuge und Tempel aus Bassi werden seit mehr als vier Jahrhunderten gefertigt, ursprünglich aus Adusa-Holz, heute auch aus Meetha-Neem-Holz. In Akola, einem Dorf im Distrikt Chittorgarh, werden Stoffe von Hand mit Naturfarben bedruckt. Auf drei Märkten findest du die Waren: dem Sadar Bazaar mit Textilien, Kunsthandwerk und Schmuck, dem Rana-Sangha-Markt mit Töpferwaren, Holzspielzeug und Lederwaren und dem Fort-Road-Markt mit Stoffen und Souvenirs mit Blick auf die Festung.

Essen in Chittorgarh

Zur regionalen Küche gehören Dal Baati Churma, würzige Linsen mit gebackenen Teigbällchen und süßem Krümelbrot, und Ghatte ki Khichdi, ein Eintopf aus Kichererbsenmehlklößchen, Reis und Linsen. Dazu kommen Laal Maas, scharfes Hammelfleisch mit roten Chilis, und Ker Sangri, ein Gericht aus getrockneten Beeren und Bohnen. Du findest sie in Restaurants und bei Straßenhändlern, auch in den drei Märkten. Mehr über Zutaten und Gerichte steht auf der Seite indische Küche.

Chittorgarh in einer Rajasthan-Reise

Die Festung ist mit Udaipur eng verbunden, denn der Gründer der Stadt, Udai Singh, wurde der Überlieferung nach in der Festung geboren. Wer die Wüstenfestungen der Region kennenlernen will, vergleicht Chittorgarh mit Jaisalmer; die Tigerlandschaft von Ranthambore ergänzt die Reise. Eine fertige Route steht in der Rajasthan-Rundreise. Das Hindi-Filmlied aus dem Film „Guide“ wurde in der Festung gedreht, der Rani-Padmini-Palast ist darin zu sehen.

Geheimtipp

Beginne früh am Tag beim Rana-Kumbha-Palast, besteige danach den Siegesturm und besuche die Jain-Tempel von Sathis Deori. Den Palast der Rani Padmini und den Fateh-Prakash-Palast hebst du dir für den späten Nachmittag auf, wenn das Licht auf dem Lotusteich weich wird.

Wie groß ist die Festung von Chittorgarh?

Rund 700 Acre. Sie liegt 150 Meter über der Stadt und enthält 65 historische Bauwerke.

Wer baute den Siegesturm Vijay Stambh?

Rana Kumbha, 1448, zum Gedenken an seinen Sieg über Mahmud Khilji in der Schlacht von Sarangpur.

Wann wurde die Festung belagert?

1303 durch Alauddin Khilji, 1533 durch Bahadur Shah von Gujarat und 1568 durch den Mogul Akbar. 1616 gab Jahangir sie den Rajputen zurück.

Wie komme ich nach Chittorgarh?

Mit dem Flugzeug zum Flughafen Udaipur (UDR), mit dem Zug zum Bahnhof Chittaurgarh Junction (COR).

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