Fatehpur Sikri: Buland Darwaza, Paläste, Grabmal und Anreise

Fatehpur Sikri: Buland Darwaza, Paläste, Grabmal und Anreise

Fatehpur Sikri ist die rote Sandsteinstadt, die Kaiser Akbar von 1572 bis 1585 zu seiner Residenz machte. Sie liegt etwa 36 bis 40 Kilometer westlich von Agra und war die erste geplante Stadt der Moguln. Zu den Bauten zählen das 54 Meter hohe Buland Darwaza, die Jama Masjid, das weiße Grabmal von Salim Chishti, die Paläste und das Hiran Minar.

Wer von Agra nach Westen fährt, sieht auf einer Hügelkette, eine ganze Stadt aus rotem Sandstein: Fatehpur Sikri. Kaiser Akbar ließ sie im 16. Jahrhundert anlegen, regierte dreizehn Jahre von hier und zog dann wieder fort. Zurück blieb eine Stadt, die in bemerkenswert vollständiger Form erhalten ist. Paläste, Höfe, Wasserbecken und eine riesige Moschee stehen so beieinander, wie sie geplant wurden, und gehören heute zum UNESCO-Welterbe.

Dieser Ratgeber erzählt die Geschichte von der Siedlung der Steinzeit am alten See bis zur Residenz des Kaisers, führt durch die Anlage von der Jama Masjid über die Paläste bis zum Hiran Minar und zeigt, was die Stadt zu einem Meilenstein der Mogul-Baukunst macht. Am Ende findest du Hinweise zur Anreise und zur Verbindung mit Agra und dem Goldenen Dreieck.

LageUttar Pradesh, etwa 36 bis 40 km westlich von Agra
GründerKaiser Akbar
Residenz der Mogulnvon 1572 bis 1585
Bedeutung des NamensStadt des Sieges
Baumaterialroter Sandstein, Grabmal des Heiligen aus weißem Marmor
Höhe des Buland Darwaza54 Meter
Höhe des Hiran Minar22 Meter
StatusUNESCO-Welterbe
Nächste FlughäfenAgra (AGR) und Delhi (DEL)

Wer gründete Fatehpur Sikri und warum?

Kaiser Akbar verlegte seinen Hof und seine Residenz von 1572 bis 1585 von Agra nach Sikri. Der Anlass war der Sufi-Heilige Scheich Salim Chishti, der in einer Höhle auf dem Bergrücken lebte. Akbar führte die Geburt seines Sohnes Salim im Jahr 1569 auf den Segen des Heiligen zurück und ehrte ihn mit dem Bau der Stadt. Der Sohn trug den Namen des Heiligen und wurde später als Kaiser Jahangir bekannt.

Der Ort hatte schon vorher Bedeutung. Babur, der Großvater Akbars, besuchte Sikri vor der Schlacht von Khanwa im Jahr 1527 und nannte es in seinen Erinnerungen Sikri. Zum Gedenken an seinen Sieg legte er hier einen Garten, einen von Seewasser umgebenen Wasserpalast und einen Stufenbrunnen an. Akbar nannte die Stadt später Fathabad, aus dem der heutige Name Fatehpur Sikri wurde. Er bedeutet Stadt des Sieges.

Wie sah die Gegend vor den Moguln aus?

Sikri liegt auf einem Ausläufer der oberen Vindhya-Berge am Rand eines großen natürlichen Sees, der heute größtenteils ausgetrocknet ist. Wasser, Wald und Rohstoffe machten das Ufer schon früh zu einem Siedlungsplatz. Am Seerand gibt es Felsunterstände mit Malereien, und im Gebiet wurden Steinzeitgeräte sowie Keramik aus dem 2. Jahrtausend vor Christus und aus der Zeit zwischen 1200 und 800 vor Christus gefunden.

Auch in Schriften taucht der Ort auf. Im Mahabharata heißt er Saik, was als von Wasser umgebenes Gebiet erklärt wird. Eine jainistische Skulptur der Göttin Saraswati mit einer Inschrift aus dem Jahr 1010 bezeichnet ihn als Sekrikya. Die Moguln bauten also nicht auf unbewohntem Land, sondern auf einem alten Siedlungsplatz mit einer langen Geschichte.

Wie ist die Stadt aufgebaut?

Fatehpur Sikri war die erste geplante Stadt der Moguln. Der abschüssige Hang wurde in Terrassen eingeebnet, auf denen die einzelnen Anlagen stehen: die Jama Masjid mit dem Buland Darwaza und dem Grabmal von Salim Chishti, der Khass Mahal, die Basare Shahi Bazar und Mina Bazar, der Panch Mahal, die Khwabgah als Schlafgemach, der Diwan-i-Khass, das Becken Anup Talao, der Hof Chaupar und der Diwan-i-Am. Entwässerung und Wasserversorgung der Stadt zeigen eine fortgeschrittene Stadtplanung.

Gebaut wurde in rotem Sandstein im Pfosten-Balken-System. Typisch sind Säulen, verzierte Bögen, Konsolen mit weit vorspringenden Dächern, Erker, Pavillons mit Kuppeldach und Plattformen. Kuppeln kommen sparsam vor, in der Übergangszone der Gewölbe sitzen vorkragende Zwickel. Der Stil verbindet einheimische und fremde Einflüsse zu einer indo-muslimischen Mischung, die über den ganzen Subkontinent verständlich war.

Wie kommt man nach Fatehpur Sikri?

Die Stadt liegt etwa 36 bis 40 Kilometer westlich von Agra an der Nationalstraße 21. Die nächsten Flughäfen sind Agra (AGR) und Delhi (DEL), der nächste Bahnhof ist Agra City (AGA). Die meisten Reisenden besuchen die Stadt als Tagesausflug von Agra aus, oft auf dem Weg nach Jaipur oder zum Vogelpark Keoladeo-Nationalpark.

Wer zwischen Delhi und Jaipur unterwegs ist, kann Fatehpur Sikri als Zwischenstopp einplanen. Die Stadt passt in die Route des Goldenen Dreiecks und ergänzt die Mogul-Bauten von Taj Mahal, Rotem Fort und Humayun-Grab. Einen Überblick über Jahreszeiten gibt die Seite Beste Reisezeit.

Die Jama Masjid und das Buland Darwaza

Die Jama Masjid ist eine der größten Moscheen Indiens und zeigt iranische Einflüsse. Sie steht auf einer der Terrassen und prägt die Anlage. Ihr Haupteingang ist das Buland Darwaza, ein Tor von 54 Metern Höhe, das zu den höchsten Toren der Welt zählt. Es ist mit Versen aus dem Koran geschmückt und zeigt die frühe Mogul-Baukunst in Reinform. Akbar ließ es nach seinen Siegen in Westindien errichten, daher trägt die Stadt den Namen Stadt des Sieges.

Eine zweite Pforte, das Badshahi Darwaza, war dem Kaiser vorbehalten. Er durchschritt sie, um am Gebet teilzunehmen. Das Tor trägt oben Kuppeln und Pavillons, und auf dem Sandstein liegen geometrische Muster. Wer die Moschee betritt, sieht den weiten Hof mit dem Grabmal des Heiligen in der Mitte, das dem Buland Darwaza gegenüberliegt.

Besonders eindrucksvoll ist der Kontrast zwischen den Materialien. Die Moschee und ihre Tore bestehen aus rotem Sandstein, während das Grabmal von Salim Chishti ein weißer Marmorbau ist, der aus dem roten Hof herausleuchtet. Der Marmor markiert den Ort, an dem der Heilige begraben ist, und ist schon von weitem zu erkennen.

Hof der Jama Masjid in Fatehpur Sikri mit roten Sandsteinarkaden und weißem Marmorgrabmal im Hintergrund

Das Grabmal von Salim Chishti

Das Grabmal des Heiligen ist weiß und ruht inmitten des roten Sandsteins. Gläubige kommen hierher, um Wünsche auszusprechen. Für jeden Wunsch, Mannat genannt, binden sie einen Faden an, in der Hoffnung, dass der Heilige ihn erfüllt. Die Stadt selbst entstand aus dem Dank für einen erfüllten Wunsch.

Einmal im Jahr wird der Todestag des Heiligen mit einer Zeremonie begangen, dem Urs, zu dem Gläubige aus aller Welt anreisen. Wer das Grabmal betritt, sollte sich dem Ort angemessen verhalten: Schuhe aus, Schultern und Knie bedeckt, Stimme gesenkt. Hinweise zu Kleidung und Benehmen an religiösen Stätten findest du auf der Seite Verhalten und Knigge.

Paläste, Hallen und Höfe des Kaisers

Die Paläste verteilen sich auf mehrere Terrassen. Der Palast von Jodha Bai bildet den Mittelpunkt der Anlage und verbindet hinduistische und islamische Bauformen. Daneben stehen der Palast der Mariam, der Palast von Birbal und das Haus der türkischen Sultanin. Birbal war ein Berater Akbars. Sein Palast ist ein zweistöckiger Bau im Mogul-Stil.

Der Diwan-i-Khas, die Halle der privaten Audienzen, war der Beratungsraum des Kaisers. Hier diskutierte Akbar mit Gelehrten über Religion und Philosophie. Der Raum zeigt persische Einflüsse und ist für seine geschnitzte Mittelsäule bekannt. Der Panch Mahal ist ein Säulenbau über mehrere Geschosse. Eine Legende erzählt, Akbar und seine Frauen hätten hier dem Musiker Tansen zugehört.

Weitere Legenden knüpfen sich an den Pavillon Aankh Micholi, in dem der Überlieferung nach Akbar mit seinen Königinnen Blindekuh spielte, und an den großen Hof Pachisi, der wie das indische Brettspiel gleichen Namens gestaltet ist. Die Erzählung sagt, Frauen hätten dort die Spielfiguren dargestellt. Ob Geschichte oder Sage: Die Höfe zeigen, dass die Stadt ein Ort der Hofkultur war, nicht nur ein Machtzentrum.

Hiran Minar und das Grabmal von Islam Khan

Das Hiran Minar erinnert an Hiran, den Lieblingselefanten Akbars. Der Turm ist 22 Meter hoch, das entspricht etwa acht Stockwerken. Seine Oberfläche zeigt abwechselnd sechszackige Sterne und Reihen von Sechsecken, aus der Mitte der Sterne ragen Stoßzähne aus Stein. Von oben lässt sich die Stadt überblicken.

Das Grabmal von Islam Khan ist ein ausgedehnter Bau aus rotem Sandstein. Islam Khan I. war ein Heerführer der Moguln und ein Enkel von Salim Chishti. Kaiser Jahangir ließ seinen Leichnam 1613 hier beisetzen. Ein geschnitztes Tor führt in einen großen Hof mit 24 Gräbern seiner Gefolgsleute.

Eine vertiefende Einordnung zu den Mogul-Bauten bietet die Seite Architektur Indiens, die Zeit der Moguln beschreibt Mittelalter und Kolonialzeit.

Hiran Minar bei Fatehpur Sikri, ein Sandsteinturm mit vorspringenden Stoßzähnen, an einem trockenen Teich

Akbars Ideen: Ibadat-Khana, Sulh-i-Kul und Hofkultur

Fatehpur Sikri war mehr als eine Residenz aus Stein. Hier entstanden Einrichtungen und Gedanken, die Akbars Herrschaft prägten. Dazu gehörten das Ibadat-Khana, das Haus der Andacht, die Lehre Din-i-Ilahi, die Zeitrechnung Tarikh-i-Ilahi, die Jharokha-Darshan genannte Audienz am Fenster und der Grundsatz Sulh-i-Kul, der Frieden mit allen bedeutet. Die Stadt förderte einheimische Kunst und Literatur und beherbergte Werkstätten für unterschiedliche Handwerke.

Zur Planung gehörten außerdem Märkte. Im Stadtplan finden sich der Shahi Bazar und der Mina Bazar, daneben Wohnbauten, Höfe und Becken. Das Wasser wurde über ein eigenes System geleitet. Das Becken Anup Talao gehört zu den Wasseranlagen der Stadt.

Die Terrassen, auf denen die Gebäude stehen, folgen dem natürlichen Gefälle des Bergrückens. So entstand eine Stadt, in der Moschee, Paläste und Verwaltungsbauten klar getrennt und doch eng verbunden sind. Wer die Wege abläuft, bekommt einen Eindruck davon, wie ein Hof des 16. Jahrhunderts organisiert war.

Geheimtipp

Plane für die Stadt einen halben Tag ein und beginne an der Jama Masjid, bevor du die Paläste besichtigst. Im Hof lohnt der Blick vom Buland Darwaza auf das weiße Grabmal. Trage bequeme Schuhe, die du leicht ausziehen kannst, und nimm Wasser mit, weil der rote Sandstein die Hitze speichert.

Wann war Fatehpur Sikri Hauptstadt der Moguln?

Von 1572 bis 1585 verlegte Kaiser Akbar seinen Hof und seine Residenz von Agra nach Sikri.

Wie hoch ist das Buland Darwaza?

Das Tor ist 54 Meter hoch und zählt zu den höchsten Toren der Welt. Es ist der Haupteingang der Jama Masjid.

Wie weit ist Fatehpur Sikri von Agra entfernt?

Etwa 36 bis 40 Kilometer westlich von Agra, erreichbar über die Nationalstraße 21.

Warum ist das Grabmal von Salim Chishti weiß?

Der Heilige ruht in einem Marmorbau, der sich vom roten Sandstein der Moschee abhebt. Gläubige binden dort Fäden für ihre Wünsche an.

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