Der Gir-Nationalpark in Gujarat ist der einzige Ort außerhalb Afrikas, an dem Löwen frei in der Wildnis leben. Das Schutzgebiet umfasst 1.412 Quadratkilometer, besteht seit 1965 und beherbergt die Asiatischen Löwen. Safaris laufen nur mit Genehmigung, die du online buchst. Die Saison reicht vom 16. Oktober bis zum 15. Juni.
Löwen in Indien überraschen viele Reisende, denn bei Großkatzen denken die meisten an Tiger. Dabei liegt im Südwesten von Gujarat das letzte Refugium des Asiatischen Löwen: trockener Laubwald, offene Buschlandschaft und felsige Hügel, in denen Raubkatzen, Antilopen und Krokodile auf engem Raum leben. Diese Seite erklärt, wie es zu dieser einzigartigen Population kam, welche Safari-Formen es gibt, wie die Saison verläuft, was du im Monatsverlauf an Wetter erwartest und wie du hinkommst. Ein Vergleich mit der Tiger-Safari findet sich auf der Seite Ranthambore; einen Überblick über Tiere und Nationalparks bietet Tierwelt, Nationalparks und Safari in Indien.
| Lage | Bezirk Gir Somnath, Gujarat, etwa auf halber Strecke zwischen Veraval und Junagadh |
|---|---|
| Fläche | 1.412 Quadratkilometer (Schutzgebiet) |
| Gegründet | 1965 als Schutzgebiet, 259 Quadratkilometer Kerngebiet 1975 als Nationalpark |
| Löwenbestand | 674 Tiere (Zählung 2020) |
| Safari | nur mit Genehmigung, online buchbar; geschlossen vom 16. Juni bis 15. Oktober |
| Vögel | Important Bird Area mit zahlreichen Arten, darunter Paradiesschnäpper und Schelladler |
| Beste Zeit | November bis Februar |
| Anreise | Flughäfen Keshod und Diu, Bahnhöfe Sasan Gir, Veraval, Junagadh |
Häufige Fragen auf dieser Seite
Warum gibt es im Gir noch Löwen?
Im Jahr 1913 war der Bestand der Asiatischen Löwen auf 20 Tiere gefallen. Im frühen 20. Jahrhundert schützten die Nawabs von Junagarh die letzten überlebenden Löwen auf ihrem Privatland, und 1965 wurde das Gebiet offiziell zum Schutzgebiet erklärt. 1975 erhielt ein Kerngebiet von 259 Quadratkilometern den Status eines Nationalparks. Seitdem hat sich der Bestand erholt: Von weniger als 200 Tieren Ende der 1960er-Jahre stieg er auf 674 bei der Zählung von 2020.
Die Geschichte erklärt, warum der Gir bis heute ein Ort besonderer Verantwortung ist. Der Gir ist der einzige Ort außerhalb Afrikas, an dem Löwen frei in der Wildnis leben.
Wie unterscheiden sich Asiatische und Afrikanische Löwen?
Asiatische Löwen haben eine buschigere Schwanzquaste, ausgeprägte Bauchfalten, Haarbüschel an den Ellbogen und eine etwas kürzere Mähne als ihre afrikanischen Verwandten. Die durchschnittliche Körperlänge beträgt 2,75 Meter. Wenn du auf Safari sehr genau hinsiehst, kannst du diese Merkmale selbst erkennen: Gerade die Bauchfalte und die kürzere Mähne fallen auf, wenn ein Löwe quer zum Fahrzeug liegt.
Der Lebensraum unterscheidet sich ebenfalls. Der Gir besteht aus trockenem Laubwald, offenen Buschflächen und felsigen Hügeln, nicht aus der weiten Savanne, die man aus Afrika kennt.
Welche Safari-Formen gibt es?
Die Gir Jungle Trail Safari ist eine Fahrt im offenen Fahrzeug mit erfahrenen Guides durch Löwengebiet. Der Zugang zum Schutzgebiet läuft ausschließlich über Genehmigungen, die du vorab online buchst; die Buchung erfolgt zu 100 Prozent auf dem offiziellen Portal girlion.gujarat.gov.in.
Die Devalia Safari Park (Gir Interpretation Zone) liegt zwölf Kilometer westlich des Dorfes Sasan Gir innerhalb des Schutzgebietes. Das eingezäunte Areal umfasst 4,12 Quadratkilometer, Löwen und Leoparden sind dort garantiert zu sehen, und stündlich starten Busfahrten von 45 Minuten. Du siehst außerdem Füchse, Mangusten und Hirschziegenantilopen. Das ist die Variante für alle, die nur wenig Zeit haben oder keine Genehmigung für den Jungle Trail bekommen haben.
Dazu kommen die Kankai-Tempel-Safari, die Natur und eine spirituelle Reise verbindet, sowie Vogelbeobachtungstouren. Die Zeiten im Winter (16. Oktober bis Ende Februar) sind morgens von 6.45 bis 9.45 Uhr und nachmittags von 15 bis 18 Uhr; im Sommer (1. März bis 15. Juni) morgens von 6 bis 9 Uhr und nachmittags von 15 bis 18 Uhr.
Wann ist die beste Reisezeit für den Gir?
Die Safari-Saison endet jedes Jahr am 15. Juni, und der Park ist vom 16. Juni bis 15. Oktober geschlossen. Die Hauptsaison liegt von November bis Februar, wenn das Wetter kühl und angenehm ist.
Die Temperaturen im Monatsverlauf (Tiefst- bis Höchstwert) zeigen, warum: Im Januar liegen sie bei 8,5 bis 33,1 Grad, im Februar bei 10,3 bis 36,2 Grad, im März bei 14,8 bis 40,7 Grad. Im April steigt das Maximum auf 42,8 Grad, im Mai auf 43,8 Grad. Im Juli, mitten im Monsun, sind es 23,3 bis 37,1 Grad. Im Oktober kehrt der Park mit 19,3 bis 38,4 Grad in den Betrieb zurück, im November sind es 14,1 bis 36,2 Grad und im Dezember 9,8 bis 33,9 Grad. Die Spanne zwischen kühlen Wintermorgen und über 40 Grad im Frühjahr ist groß; plane im Sommer die frühe Fahrt.
Tiere und Vögel im Gir
Neben den Löwen leben im Gir mehr als 40 Säugetierarten, darunter Leoparden, Schakale, Streifenhyänen und Indische Füchse. An Pflanzenfressern sind Axishirsch (Chital), Sambar, Nilgai, Vierhornantilope (Chousingha) und Chinkara vertreten; die Vierhornantilope ist die einzige Antilope der Welt mit vier Hörnern. Rund ein Viertel der Beute der Löwen sind Weidetiere der Viehhalter.
Im Kamleshwar-Stausee im Schutzgebiet leben Sumpfkrokodile. Zu den Reptilien zählen außerdem Königskobra, Kettenviper, Waran und Tigerpython. Bei den Vögeln fallen Paradiesschnäpper, Schelladler und Schlangenhabicht auf; der Gir ist ein Important Bird Area. Fotografen sollten daher nicht nur auf den Löwen warten, sondern auch die Wasserstellen und Baumkronen im Blick haben.
Die Menschen im Park
Im Gir leben noch etwa 1.000 Menschen. Mehr als die Hälfte der Maldhari, der Viehhalter-Gemeinschaft, wurde andernorts angesiedelt. Die Löwen jagen weiter Haustiere, und Weidetiere machen rund ein Viertel ihrer Nahrung aus. Dieses Nebeneinander von Mensch und Raubkatze prägt den Park: Du siehst auf den Fahrten Dörfer und Weidetiere am Rand des Löwengebietes, und deine Safari ist Teil eines Schutzkonzepts, das Wildtiere und Menschen zusammen betrifft. Auch ein Besuch im Museum der Interpretation Zone hilft, diese Zusammenhänge zu verstehen. Frage deinen Guide danach; die Antworten sind oft aufschlussreicher als jeder Löwen-Sichtungsbericht.
Anreise und Unterkunft
Der Gir liegt im Bezirk Gir Somnath, etwa auf halber Strecke zwischen Veraval und Junagadh. Junagadh ist 71 Kilometer entfernt, Veraval 42 Kilometer; beide haben Busverbindungen und sind die wichtigsten Bahnknoten. Der Bahnhof Sasan Gir bedient die Meterspur-Strecken Junagadh–Delvada und Amreli–Veraval. Der Flughafen Keshod liegt rund 54 Kilometer entfernt, als weiterer Flughafen kommt Diu infrage; der Bahnhof Somnath ist ebenfalls nahe.
Registrierte Hotels sind die Gir Jungle Lodge, die Asiatic Lion Lodge in Junagadh und The Fern – Gir Forest Resort. Auf der Strecke liegen außerdem der Somnath-Jyotirlinga-Tempel, die Festung Uparkot und das Mahabat-Khan-Mausoleum in Junagadh. Planst du eine längere Reise durch den Westen, findest du die Landesübersicht auf der Seite Gujarat; Hinweise zu Zugreisen gibt die Seite Schienenverkehr.
Weitere Schutzgebiete in Gujarat
Verwandte Ziele sind den Velavadar-Blackbuck-Nationalpark in Bhavnagar, den Ambardi Safari Park in Amreli und das Shoolpaneshwar-Schutzgebiet in Narmada. In der Umgebung liegen zusätzlich das Rampara-Schutzgebiet, die Khambhalida-Höhlen und das Regional Science Centre in Rajkot. Wer nach einer Tiger-Safari sucht, findet sie nicht im Gir; für Tiger bieten sich Ranthambore oder die Tigerreservate in Madhya Pradesh an.
Ein Safaritag im Gir
Die Fahrten richten sich nach der Jahreszeit. Im Winter (16. Oktober bis Ende Februar) startet die Morgenfahrt zwischen 6.45 und 9.45 Uhr, im Sommer (1. März bis 15. Juni) schon zwischen 6 und 9 Uhr. Die Nachmittagsfahrt läuft in beiden Jahreszeiten von 15 bis 18 Uhr. Das Museum der Interpretation Zone ist von 7 bis 19 Uhr geöffnet, der Souvenirladen öffnet um 5 Uhr und bleibt bis zum Ende der Safari offen. Eine sinnvolle Abfolge ist die Morgenfahrt im Jungle Trail, ein Mittag im Ort Sasan Gir und die Nachmittagsfahrt oder der Besuch der Devalia-Zone mit der stündlichen Busfahrt.
Wer zwei Nächte bleibt, hat vier Zeitfenster zur Verfügung und erhöht die Chance auf eine Löwensichtung im Jungle Trail deutlich. Wer nur eine Nacht bleibt, kombiniert eine Fahrt im Jungle Trail mit Devalia. Die Tempelsafari in Richtung Kankai verbindet Natur mit einem spirituellen Ziel und passt für alle, die neben den Tieren auch einen Ort der Verehrung sehen wollen. Die Devalia-Zone ist außerdem die Lösung für Familien mit kleinen Kindern, weil die Busfahrt nur 45 Minuten dauert und stündlich startet. Bei beiden Varianten gilt: Genehmigungen gibt es nur online, und im Monsun von Mitte Juni bis Mitte Oktober ruht der Betrieb vollständig.
Buche die Genehmigung für den Jungle Trail so früh wie möglich online und plane mindestens zwei Fahrten ein, am besten eine am Morgen und eine am Nachmittag. Eine Sichtung im offenen Gelände ist nie garantiert; nur in der Devalia-Zone sind Löwen sicher zu sehen. Kombiniere beides, dann hast du die Chance auf eine freie Begegnung und die Gewissheit eines Löwenfotos.
Wie groß ist der Gir-Nationalpark?
Das Schutzgebiet umfasst 1.412 Quadratkilometer. Ein Kerngebiet von 259 Quadratkilometern wurde 1975 zum Nationalpark erklärt.
Wie viele Löwen leben im Gir?
Die Zählung von 2020 ergab 674 Tiere. 1913 waren es nur noch 20.
Wann ist der Gir geschlossen?
Vom 16. Juni bis 15. Oktober, in der Monsunzeit.
Wie buche ich eine Safari?
Ausschließlich online mit Genehmigung über das offizielle Portal girlion.gujarat.gov.in.
Ein weiteres Schutzgebiet mit besonderer Tierwelt ist der Kanha-Nationalpark mit seinen Barasingha-Hirschen.
Wer den Gir mit einer Stadt verbinden will, besucht Ahmedabad mit Altstadt, Sabarmati Ashram und Stufenbrunnen von Adalaj.
Tierwelt in Indien
Vergleiche Löwen im Gir mit Tigern in Ranthambore und plane deine Safari-Route.
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