Haridwar: Har Ki Pauri, Ganga Aarti, Mansa Devi und Kumbh Mela

Haridwar: Har Ki Pauri, Ganga Aarti, Mansa Devi und Kumbh Mela

Haridwar in Uttarakhand liegt am rechten Ufer des Ganges am Fuß der Shivalik-Berge. Der Ghat Har Ki Pauri mit Brahmakund und der abendlichen Ganga Aarti ist das Zentrum der Stadt. Dazu kommen die Siddhpeeth-Tempel Mansa Devi, Chandi Devi und Maya Devi sowie Daksh Mahadev in Kankhal. Das Kumbh Mela findet alle zwölf Jahre statt, das Ardh Kumbh alle sechs.

Haridwar ist der Ort, an dem der Ganges die Berge verlässt und in die Ebene eintritt. In alten Schriften heißt die Stadt Mayapuri, Gangadwar und Kapilsthan; der heutige Name wird als „Eingang zu Gott“ übersetzt. Für Hindus gehört Haridwar zu den vier Orten, an denen Tropfen des Unsterblichkeitstranks Amrita zu Boden fielen, und deshalb findet hier das Kumbh Mela statt. Dieser Ratgeber erklärt die Ghats, den Ablauf der Ganga Aarti, die wichtigsten Tempel auf den Hügeln und in Kankhal, die Märkte, die Umgebung mit dem Rajaji-Tigerreservat und die Anreise. Haridwar liegt im Bundesstaat Uttarakhand und lässt sich mit dem nahen Rishikesh verbinden. Wer das Ganges-Ufer von der anderen Seite kennenlernen will, vergleicht die Stadt mit Varanasi.

LageHaridwar, Uttarakhand, rechtes Ufer des Ganges am Fuß der Shivalik-Berge
Alte NamenMayapuri, Gangadwar, Kapilsthan
ZentrumHar Ki Pauri mit Brahmakund
Vier HauptghatsHar Ki Pauri, Gau Ghat, Ashti Parvath Ghat, Subash Ghat
Siddhpeeth-TempelMansa Devi, Chandi Devi, Maya Devi
PilgerfesteKumbh Mela alle 12 Jahre, Ardh Kumbh alle 6 Jahre
Nahe NaturRajaji-Tigerreservat, etwa 10 km entfernt
AnreiseFlughafen Jolly Grant bei Dehradun (DED), Bahnhof Haridwar Junction (HW)

Warum ist Haridwar für Hindus so heilig?

Haridwar ist einer von vier Orten, an denen nach der Legende der Quirlung des Milchozeans (Samudra Manthana) Tropfen des Amrita zu Boden fielen. Der Vogel Garuda trug den Krug mit dem Unsterblichkeitstrank, und die Tropfen erreichten Haridwar, Nashik, Ujjain und Prayagraj. Die genaue Stelle in Haridwar ist Brahmakund am Har Ki Pauri. Weil diese vier Orte den Amrita empfingen, wird das Kumbh Mela abwechselnd an ihnen gefeiert; mehr dazu steht im Beitrag über das Kumbh Mela.

Der Name Har Ki Pauri bedeutet „Füße des Herrn“. Die Überlieferung berichtet, dass Brahma, Vishnu und Shiva in vedischer Zeit hier weilten, und der Abdruck der Füße Vishnus liegt unter dem Wasser des Flusses. Pilger nehmen hier ein heiliges Bad im Ganges, das nach ihrem Glauben die Sünden abwäscht. An den Badetagen Kartik Purnima, Shravan Purnima, Ganga Dussehra und Somvati Amavasya füllen sich die Ufer besonders. Wer die religiösen Hintergründe einordnen möchte, findet sie auf der Seite Religionen in Indien.

Wie läuft die Ganga Aarti am Har Ki Pauri ab?

Die Ganga Aarti ist die tägliche Zeremonie für die Göttin Ganga. Es gibt eine Morgenzeremonie, die Mangala Aarti, und eine Abendzeremonie, die Shringar Aarti. Die abendliche Aarti findet im Bereich Brahmakund innerhalb des Har Ki Pauri statt und ist die bekanntere. Der Ghat selbst ist rund um die Uhr geöffnet.

Die Zeremonie beginnt mit dem Blasen der Muschelhörner. Die Pilger rufen „Har Har Gange“, am Ende der Zeremonie steht der Ruf „Har Har Mahadev“. Priester schwenken große flammende Lampen, Räucherwerk und Fackeln im Rhythmus der Gesänge, dazu läuten Glocken und schlagen Gongs und Trommeln. Die Gläubigen setzen Blumen in kleinen Booten aus Blättern auf den Fluss und opfern der Göttin Ganga eine brennende Öllampe, ein Diya. Das Licht der treibenden Lampen im dunklen Wasser macht den Abend zum Höhepunkt eines Besuchs.

Plane den Abend ohne Zeitdruck. Die genaue Anfangszeit wechselt mit der Jahreszeit, deshalb fragst du sie am Vortag in deinem Hotel oder bei einem Priester am Ghat nach. Wer lieber morgens unterwegs ist, erlebt statt dessen die Mangala Aarti mit weniger Menschen.

Welche Tempel in Haridwar solltest du besuchen?

Drei Tempel bilden die Siddhpeeth-Gruppe, Orte, an denen nach dem Glauben der Pilger Wünsche in Erfüllung gehen: Mansa Devi, Chandi Devi und Maya Devi. Der Maya-Devi-Tempel liegt in Gehweite des Har Ki Pauri; dort werden der Überlieferung nach Herz und Nabel der Göttin Sati verehrt.

Der Mansa-Devi-Tempel steht auf dem Bilwa Parvat in den Shivalik-Bergen in mehr als 500 Fuß Höhe. Mansa Devi wird als Göttin der Schlangen und der Wünsche verehrt. Im Heiligtum stehen zwei Gestalten: eine achtarmige und eine dreiköpfige fünfarmige, die die Einheit des Kosmos verkörpert. Die Legende erzählt von einer Kuh, die jeden Morgen auf dem Hügel drei Steinen Milch gab; die Dorfbewohner erkannten darin heilige Steine, verbunden mit der Stirn der Göttin Sati. Maharaja Gopal Singh von Manimajra errichtete den Tempel zwischen 1811 und 1815. Pilger binden Fäden an die Zweige eines alten Baumes im Hof und lösen sie wieder, wenn der Wunsch sich erfüllt hat. Der Tempel ist im Sommer von 5 bis 22 Uhr geöffnet, im Winter von 4 bis 21 Uhr; die tägliche Speisung der Göttin (Bhog) dauert von 11 bis 11.15 Uhr. Hinauf führen die Seilbahn Udan Khatola und ein Wanderpfad.

Der Chandi-Devi-Tempel liegt auf dem Neel Parvat und bietet Ausblicke über die Stadt und den Ganges, besonders bei Sonnenuntergang. König Suchat Singh von Kaschmir ließ ihn 1929 bauen; die Legende schreibt die Aufstellung des Hauptbildes im 8. Jahrhundert Adi Shankaracharya zu. Der Ort steht für den Sieg der Göttin Chandika, die aus der Kraft Parvatis hervorging und die Dämonenkönige Shumbh und Nishumbh besiegte. Der Pfad beginnt am Chandighat und ist etwa 3 Kilometer lang, mäßig steil und für Anfänger machbar. Wer die Seilbahn nimmt, ist in wenigen Minuten oben. Der Tempel öffnet um 6 und schließt um 20 Uhr. An den Navratri-Tagen im Monat Chaitra (März bis April) und im Monat Ashvin (September bis Oktober) kommen besonders viele Gläubige.

Wann reist du am besten nach Haridwar und wie kommst du hin?

Haridwar lässt sich das ganze Jahr besuchen. Wer weniger Gedränge möchte, wählt das Frühjahr von März bis Mai oder den Herbst von Oktober bis November. Der Chandi-Devi-Tempel empfiehlt sich von Oktober bis März wegen des angenehmen Wetters. Im Monat Shravan (Juli bis August) kommen große Pilgergruppen, die Kanwariyas, die ihre Kanwar Yatra am Har Ki Pauri beginnen. Das Kawad Mela zu Ehren Shivas findet im Monat Shravan statt. Das Kumbh Mela, das alle zwölf Jahre stattfindet, und das Ardh Kumbh alle sechs Jahre sind die Zeiten mit den größten Menschenmengen; für Termine siehst du dir den Kumbh-Beitrag an.

Die nächsten Flughäfen sind Jolly Grant bei Dehradun (DED) und Indira Gandhi International in Delhi (DEL). Der Bahnhof Haridwar Junction (HW) liegt in der Stadt. Von Haridwar aus lassen sich Dehradun, Rishikesh, Mussoorie, Lansdowne und Kausani ansteuern. Beachte die Hinweise zu Anreise und Fahrplänen auf Fortbewegung und Züge in Indien und die allgemeine Übersicht der besten Reisezeit.

Die Ghats von Haridwar

Haridwar hat vier Hauptghats: Har Ki Pauri, Gau Ghat, Ashti Parvath Ghat und Subash Ghat. Der Har Ki Pauri ist der wichtigste. Die Überlieferung nennt König Vikramaditya als Erbauer im 1. Jahrhundert v. Chr.; er ließ den Ghat zu Ehren seines Bruders Bharthari errichten, eines Verehrers Shivas, der hier meditierte und dessen Asche nach seinem Tod dem Fluss übergeben wurde. Die heutige Gestalt ist das Ergebnis späterer Umbauten und Erweiterungen, für die großen Pilgerströme wurden die Ghats ausgebaut und erneuert.

Weitere Ghats am Fluss sind Birla Ghat, Chandi Ghat und Ganga Ghat. Am Fluss laden Parks wie der Swami Vivekananda Park zum Spaziergang ein, und das Bhimgoda-Becken ist ein ruhiger Ort für Naturfreunde. Der Name erinnert an Bhim, einen der Pandava-Brüder, der der Überlieferung nach das Becken schuf, als er mit dem Knie auf die Erde schlug. Auch das Saptrishi Ashram gehört zu den Zielen am Ufer.

Kankhal, Daksh Mahadev und Sati Kund

Am südlichen Rand von Kankhal steht der Tempel Daksh Mahadev (auch Daksheshwar Mahadev), einer der fünf Pilgerorte (Panch Tirtha) von Haridwar. Die Legende erzählt von Daksha Prajapati, der ein großes Opferfeuer (Yagya) abhielt und Shiva absichtlich nicht einlud. Seine Tochter Sati kam ungebeten, wurde vor den Gästen gedemütigt und gab sich im heiligen Feuer das Leben. Shiva trug ihren Leichnam voller Trauer durch die Welt und sandte seinen Krieger Virabhadra, der Daksha enthauptete. Nach dem Eingreifen der Götter erweckte Shiva Daksha mit einem Ziegenkopf zu neuem Leben. Der Sati Kund ist das Opferfeuerbecken, in dem Sati ihr Leben beendete.

Das heutige Gebäude stammt aus dem Jahr 1810, Königin Dhankaur ließ es errichten; 1962 wurde es renoviert. Der Tempel öffnet um 6 und schließt um 19 Uhr. Die schönste Zeit ist der Monat Saavan, wenn die Gläubigen das Abhishekam vollziehen, das rituelle Baden des Götterbilds. Maha Shivaratri wird mit Schmuck und Hymnen gefeiert, an Navratri richtet sich die Verehrung auf die Göttin Sati. Verbinde den Besuch mit Har Ki Pauri und Brahma Kund.

Rajaji-Tigerreservat, Shantikunj und Ausflüge

Etwa 10 Kilometer von Haridwar entfernt liegt am östlichen Ufer des Ganges das Rajaji-Tigerreservat mit Tigern, Hirschen, Elefanten und vielen Vogelarten. Näheres zu Tierwelt und Safaris auf dem Subkontinent steht im Beitrag über die Tierwelt Indiens. Etwa 5 Kilometer vom Har Ki Pauri entfernt befindet sich das spirituelle Zentrum Shantikunj, das auch der Dalai Lama häufig besucht hat.

Als Ausflugsziele in der Region bieten sich Dehradun, Rishikesh, Lansdowne, Mussoorie und Kausani an. Wer Yoga und das Leben am Fluss sucht, verbindet Haridwar mit Rishikesh; Hinweise zum Ablauf von Zeremonien und zu Erwartungen an Besucher gibt die Seite Verhalten und Knigge in Indien.

Märkte, Essen und Souvenirs

Haridwar ist eine überwiegend hinduistische Stadt, deshalb ist die Küche weitgehend vegetarisch; einige Lokale servieren auch Fleisch. Auf der Karte stehen traditionelle nordindische Gerichte und Garhwal-Spezialitäten, als Imbiss Chaat und Pakoras aus Kartoffeln, Spinat, Paneer und Zwiebeln. Mehr zu Gerichten und Zutaten findest du in der Übersicht der indischen Küche.

Der Moti Bazaar gehört zu den ältesten Märkten der Stadt, er liegt auf der Nordseite der oberen Kanalstraße und bietet bunte Armreife, Perlen, Süßigkeiten und ayurvedische Medizin. Der Jwalapur-Markt verkauft traditionelle und moderne Waren, und seine Straßen säumen Imbissstände. Der Bara Bazaar an der Railway Road ist für religiöse Gegenstände und Schmuck bekannt und führt preiswerte ayurvedische Mittel. Als Souvenirs eignen sich Messing- und Kupferwaren.

Geheimtipp

Gehe am Nachmittag zum Har Ki Pauri, schau dir den Ghat bei Tageslicht an und nimm dir dann einen Platz für die Abendzeremonie. Die Seilbahn zum Mansa-Devi-Tempel nutzt du am Vormittag, den Chandi-Devi-Tempel besuchst du am späten Nachmittag, wenn das Licht über Stadt und Fluss golden wird.

Was bedeutet Har Ki Pauri?

„Füße des Herrn“. Der Name erinnert an den Besuch von Brahma, Vishnu und Shiva in vedischer Zeit.

Wann findet die Ganga Aarti in Haridwar statt?

Es gibt eine Morgenzeremonie (Mangala Aarti) und eine Abendzeremonie (Shringar Aarti) am Har Ki Pauri. Die Abendzeremonie findet im Bereich Brahmakund statt.

Wie oft findet das Kumbh Mela in Haridwar statt?

Das Kumbh Mela alle 12 Jahre, das Ardh Kumbh Mela alle 6 Jahre.

Wie komme ich nach Haridwar?

Mit dem Flugzeug nach Jolly Grant bei Dehradun (DED) oder nach Delhi (DEL), mit dem Zug zum Bahnhof Haridwar Junction (HW).

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