Kanha-Nationalpark: Tiger, Barasingha, Zonen und Reisezeit

Kanha-Nationalpark: Tiger, Barasingha, Zonen und Reisezeit

Der Kanha-Nationalpark in Madhya Pradesh liegt in den Maikal-Bergen der Satpura-Kette und erstreckt sich über die Distrikte Mandla und Balaghat. Der Park wurde am 1. Juni 1955 gegründet, ist seit 1973 Tigerreservat und umfasst 940 Quadratkilometer. Dort leben Tiger, Leoparden, Lippenbären und die Barasingha-Hirsche. Geöffnet ist er von Oktober bis Juni, im Monsun bleibt er geschlossen.

Kanha ist der größte Nationalpark Madhya Pradeshs und eines der bekanntesten Schutzgebiete Zentralindiens. Sal- und Bambuswälder wechseln mit weiten Grasflächen und Wasserstellen; das macht den Park zu einem Lebensraum für Raubtiere ebenso wie für Huftiere. Besonders ist der Barasingha, der Sumpfhirsch, der hier „Juwel von Kanha“ genannt wird und sogar als Maskottchen des Reservats dient. Dieser Ratgeber erklärt Geschichte und Aufbau des Parks, stellt die Tierwelt vor, beschreibt die Zonen Kisli, Mukki und Sarhi, zeigt Reisezeit, Anreise und Safari-Regeln und zeigt, wie du Kanha in eine Reise durch Zentralindien einbindest. Der Park liegt im Bundesstaat Madhya Pradesh, der als „Tigerstaat Indiens“ bezeichnet wird. Mehr zur Tierwelt des Landes findest du auf der Seite Tiere in Indien.

LageMaikal-Berge der Satpura-Kette, Distrikte Mandla und Balaghat, Madhya Pradesh
Fläche940 Quadratkilometer (Nationalpark)
Gegründet1. Juni 1955; Tigerreservat seit 1973
TiereTiger, Leopard, Lippenbär, Barasingha, Indischer Wildhund
Vögelüber 300 Arten
ZonenKisli, Mukki, Sarhi; Eingangstore Khatia und Mukki
ÖffnungszeitOktober bis Juni; geschlossen von Juli bis September
AnreiseFlughafen Jabalpur 160 km, Raipur 250 km, Nagpur 300 km

Wie ist der Kanha-Nationalpark entstanden und wie groß ist er?

Die Geschichte des Parks reicht bis in die Zeit der Waldverwaltung zurück: 1879 wurde das Gebiet zum Reservewald erklärt, 1933 zum Wildschutzgebiet. In den 1930er Jahren teilte man es in zwei Schutzgebiete, Hallon mit 250 und Banjar mit 300 Quadratkilometern. Der Nationalpark in seiner heutigen Form besteht seit dem 1. Juni 1955, 1973 wurde er in das Projekt Tiger aufgenommen und damit zum Tigerreservat. Der Park zählt zu den am besten verwalteten Nationalparks Indiens.

Der Nationalpark umfasst 940 Quadratkilometer und ist der größte seines Bundesstaates. Das Tigerreservat als Ganzes besteht aus einer Kernzone von 917,43 Quadratkilometern und einer Pufferzone von 1.134,36 Quadratkilometern, zusammen sind es 2.051,79 Quadratkilometer. Die Pufferzone trennt das streng geschützte Gebiet von den Dörfern der Umgebung. Landschaftlich liegt Kanha in den Maikal-Bergen, einem Ausläufer der Satpura-Kette, der sich über die Distrikte Mandla und Balaghat zieht.

Welche Tiere leben im Kanha-Nationalpark?

Kanha zählt zu den Parks, in denen Tiger regelmäßig gesichtet werden. Dazu leben dort Leoparden, Lippenbären, Wildhunde (Dhole), Schakale, Wildschweine, Gaur-Büffel, verschiedene Hirsche und Nilgauantilopen. Die Bestände ändern sich laufend.

Das bekannteste Tier des Parks ist jedoch kein Raubtier. Der Barasingha, auf Deutsch Barasingha-Hirsch oder Sumpfhirsch, ist die Hauptattraktion und wird das „Juwel von Kanha“ genannt. Er lebt auf den Grasflächen des Parks. Kanha war das erste Tigerreservat Indiens, das offiziell ein Maskottchen annahm: den Barasingha „Bhoorsingh“. Auch für Vogelfreunde lohnt der Besuch, denn mehr als 300 Vogelarten sind im Park nachgewiesen. Im Wechsel aus Sal-Wald, Bambus, Grasland und Wasserstellen findest du viele Lebensräume auf kleinem Raum.

Welche Zonen und Tore hat der Park?

Der Park ist für Besucher in Zonen aufgeteilt. Die Zone Kisli ist für häufige Tigersichtungen bekannt. Die Zone Mukki ist bekannt für Gaur-Büffel und weitere Wildtiere. Die Zone Sarhi ist ein besonderes Ziel für Vogelbeobachter. Als Eingangstore werden unter anderem Khatia und Mukki genutzt. Vom Tor Khatia sind es 145 Kilometer bis zum Bahnhof Gondia, vom Tor Mukki 160 Kilometer bis zum Bahnhof Jabalpur.

Ein Besuch besteht in der Regel aus Jeepsafaris zu Sonnenaufgang und Sonnenuntergang, wenn die Tiere am aktivsten sind. Für die Safaris brauchst du ein Genehmigungsticket der Parkverwaltung; Zonen und Zeitfenster sind begrenzt, buche daher frühzeitig. Bleibe im Fahrzeug, halte Abstand, sei leise und folge den Anweisungen des Guides. Neben den Safaris gibt es den Aussichtspunkt „Sunset Point“ (Bamni Dadar), ein Wildlife-Museum und Naturpfade.

Wann reist du am besten nach Kanha und wie kommst du hin?

Der Park ist von Oktober bis Juni geöffnet und während des Monsuns von Juli bis September geschlossen. Die besten Chancen auf Tiger bestehen von März bis Mai, wenn es heiß und trocken ist und sich die Tiere häufiger an den Wasserstellen zeigen. Die Wintermonate sind kühler, am Morgen kann es in der offenen Jeepfahrt kalt sein; packe warme Kleidung ein. Weitere Hinweise zur Wahl der Jahreszeit gibt die Seite beste Reisezeit für Indien.

Die nächsten Flughäfen sind Jabalpur (160 Kilometer), Raipur (250 Kilometer) und Nagpur (300 Kilometer). Wer mit der Bahn anreist, steigt in Gondia oder Jabalpur aus; vom Bahnhof Gondia sind es rund drei Stunden Fahrt zum Tor Khatia, von Jabalpur rund vier Stunden zum Tor Mukki. Bahnreisende können auch nach Balaghat fahren: Der Bahnhof liegt an der Strecke Jabalpur–Nainpur–Gondia, von Balaghat verkehren Busse zum Kanha-Tor. Der Park ist gut an Straßen nach Madhya Pradesh, Maharashtra und Chhattisgarh angebunden. Allgemeine Hinweise zu Verkehrsmitteln: Fortbewegung in Indien.

Barasingha: der Hirsch, der Kanha berühmt machte

Der Barasingha ist das Aushängeschild des Parks. Das Wort bedeutet „Zwölfender“ und bezieht sich auf das Geweih, das viele Enden tragen kann. Die Art lebt auf offenen Flächen mit Wasser, wie sie im Park zu finden sind. Auf den Grasflächen von Kanha erkennst du die Herden am frühen Morgen, wenn der Nebel über den Wiesen liegt. Die Wahl des Barasingha als Maskottchen zeigt, wie wichtig dieser Hirsch für den Naturschutz in Kanha ist: Als erstes Tigerreservat des Landes führte Kanha eine solche offizielle Identifikationsfigur ein, „Bhoorsingh der Barasingha“.

Wenn du den Barasingha sehen willst, achte auf offene Wiesen in den Zonen, die dein Guide ansteuert. Wer nur auf den Tiger wartet, übersieht leicht die Vielfalt: Wildhunde, Lippenbären, Gaur, Nilgau und viele Vogelarten machen jede Fahrt zu einem eigenen Erlebnis. Auch die Wälder selbst, mit hohen Sal-Bäumen und dichtem Bambus, lohnen den Blick.

Wasserstelle im Sal-Wald des Kanha-Nationalparks in der Dämmerung

Sunset Point, Museum und Naturpfade

Nicht nur die Safaris machen den Aufenthalt aus. Der Sunset Point (Bamni Dadar) ist ein Aussichtspunkt, von dem aus du über die Wälder und Grasflächen des Parks blickst, wenn die Sonne untergeht. Im Wildlife-Museum erfährst du mehr über Tiere und Naturschutz im Gebiet. Auf Naturpfaden lernst du die Pflanzenwelt kennen. Frage nach den Regeln, denn Wege im Kernbereich eines Tigerreservats sind nicht frei zugänglich. Zur Entspannung zwischen den Fahrten eignen sich die Unterkünfte am Parkrand, viele im Stil von Dschungel-Lodges.

Kanha in einer Reise durch Zentralindien

Eine Rundreise kann Kanha mit der Stadt Nagpur beginnen: Von dort sind es rund 300 Kilometer zum Park, weitere 170 Kilometer trennen Kanha vom Pilgerort Amarkantak. Eine Route durch Madhya Pradesh verbindet den Park mit der Festung Orchha, mit Khajuraho und mit dem buddhistischen Sanchi. Andere Schutzgebiete des Landes sind Ranthambore in Rajasthan und der Gir-Nationalpark in Gujarat; beide sind auf eigenen Seiten beschrieben: Ranthambore und Gir. Tiger leben auch in Bandhavgarh, Pench und Panna, die ebenfalls in Madhya Pradesh liegen.

Wer mehrere Parks verbindet, plant für jeden mindestens zwei Safaris ein, weil die Sichtungen nicht planbar sind. Die Regeln zu Zonen und Genehmigungen unterscheiden sich je nach Park, deshalb buchst du am besten über die Forstverwaltung oder einen verlässlichen Anbieter.

Sandweg durch Sal-Wald und Bambus im Kanha-Nationalpark

Gesundheit, Kleidung und Verhalten

Im Dschungel gibt es Insekten. Trage lange, helle oder erdfarbene Kleidung, Sonnenschutz, festes Schuhwerk und ein Insektenmittel. Zu Hinweisen auf Impfungen und Vorsorge siehe die Seite Gesundheit und Impfungen. Trinke ausreichend Wasser, denn bei Fahrten in der Hitze trocknet man schnell aus. Für Fotos sind Teleobjektive sinnvoll, weil du Abstand halten musst. Füttere keine Tiere, lasse keinen Müll zurück und rufe nicht, damit die Tiere ungestört bleiben.

So verläuft ein Safaritag in Kanha

Ein Safaritag beginnt früh. Vor Sonnenaufgang holt dich der Jeep an der Unterkunft ab, am Parktor werden Genehmigung und Fahrzeug geprüft, und ein Guide der Parkverwaltung steigt zu. Dann geht es über Sandwege durch Sal-Wald, Bambus und Grasflächen. Am Morgen sind die Tiere aktiv, die Luft ist kühl, und der Nebel liegt über den Wiesen. Gegen Mittag kehrst du zurück, ruhst dich in der Hitze aus und fährst am Nachmittag ein zweites Mal hinaus, wenn die Tiere wieder aktiv werden. Die Fahrten dauern mehrere Stunden; nimm Wasser, eine Kopfbedeckung und ein Fernglas mit.

Rechne damit, dass nicht jede Fahrt einen Tiger bringt. Die Spuren im Sand, die Alarmrufe von Hirschen und Affen und das Warten an einer Wasserstelle gehören dazu. Wer mehrere Fahrten bucht, erhöht seine Chancen und lernt, die Zeichen des Waldes zu lesen. Mit dem Guide kannst du absprechen, ob du lieber Raubtiere, Vögel oder den Barasingha suchen willst.

Geheimtipp

Buche für die erste Safari einen Morgentermin in der Zone Kisli und für die zweite eine Fahrt in Mukki. So siehst du zwei Zonen mit unterschiedlichem Charakter. Frage den Guide gezielt nach dem Barasingha, denn er kennt die Wiesen, auf denen die Herden stehen.

Wann ist der Kanha-Nationalpark geöffnet?

Von Oktober bis Juni. Von Juli bis September, während des Monsuns, bleibt er geschlossen. Die beste Zeit für Tigersichtungen ist März bis Mai.

Wie groß ist der Kanha-Nationalpark?

Der Nationalpark umfasst 940 Quadratkilometer. Als Tigerreservat kommen eine Kernzone von 917,43 und eine Pufferzone von 1.134,36 Quadratkilometern hinzu, zusammen 2.051,79.

Welches Tier ist das Maskottchen von Kanha?

Der Barasingha-Hirsch „Bhoorsingh“. Kanha war das erste Tigerreservat Indiens, das ein offizielles Maskottchen annahm.

Welche Flughäfen liegen am nächsten?

Jabalpur in 160 Kilometern, Raipur in 250 und Nagpur in 300 Kilometern Entfernung.

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