Mandu ist die Ruinenstadt der Sultane von Malwa im Westen von Madhya Pradesh, auf einem Plateau der Vindhya-Berge in rund 610 Metern Höhe. Der Jahaz Mahal liegt zwischen zwei Seen, der Hindola Mahal hat schräge Mauern, und das Grabmal von Hoshang Shah war Indiens erstes Marmorbauwerk. Mandu liegt etwa 95 Kilometer von Indore entfernt.
Mandu gehört zu den Orten Indiens, die man nicht erwartet. Auf einem Plateau der Vindhya-Berge liegen mitten im Grün die Reste einer Stadt, die einst Hauptstadt des Sultanats Malwa war: Paläste am Wasser, Moscheen mit hohen Terrassen, Gräber mit Marmorkuppeln und ein Fort mit zwölf Toren.
Dieser Ratgeber erzählt die Geschichte von Mandu, führt durch die Königsanlage mit Jahaz Mahal und Hindola Mahal, beschreibt Jami Masjid, Ashrafi Mahal und das Grabmal von Hoshang Shah, erzählt die Liebesgeschichte von Baz Bahadur und Rupmati und gibt Hinweise zu Essen, Anreise und Klima. Die Stadt liegt im Bundesstaat Madhya Pradesh und lässt sich mit Sanchi, Orchha und Khajuraho zu einer Reise durch die Mitte Indiens verbinden.
| Lage | Vindhya-Berge, Distrikt Dhar, Madhya Pradesh |
|---|---|
| Höhe | rund 610 Meter (2.000 Fuß) |
| Geschichte | mittelalterliche Hauptstadt von Malwa |
| Seen | Munj Talao und Kapur Talao |
| Tore | zwölf Tore im Festungsring |
| Hauptzugang | Delhi Darwaza |
| Berühmte Bauten | Jahaz Mahal, Hindola Mahal, Jami Masjid, Ashrafi Mahal, Grabmal von Hoshang Shah |
| Letzter unabhängiger Herrscher | Baz Bahadur |
| Nächster Flughafen | Indore, etwa 95 km |
Häufige Fragen auf dieser Seite
Wo liegt Mandu und was ist die Geschichte der Stadt?
Mandu erstreckt sich entlang der Vindhya-Berge in etwa 610 Metern Höhe. Die Stadt war die mittelalterliche Hauptstadt von Malwa und ein wichtiger Militärposten. Die Architektur ist von afghanischen und türkisch beeinflussten Formen geprägt.
Nach Hoshang Shah, dessen Grabmal zu den Hauptbauten zählt, folgte Mahmud Shah Khilji, der den Ashrafi Mahal errichten ließ. Baz Bahadur war der letzte unabhängige Herrscher von Mandu. Seine Liebesgeschichte mit Rani Rupmati prägt die Erinnerung an die Stadt bis heute und begegnet dir an mehreren Orten der Anlage.
Welche Bauten sollte man in Mandu sehen?
Im Mittelpunkt der Besichtigung steht die Königsanlage. Dazu zählen der Jahaz Mahal, das Schiffsschloss, und der Hindola Mahal, das Schaukelschloss. Außerdem lohnen die Jami Masjid, der Ashrafi Mahal, das Grabmal von Hoshang Shah, der Pavillon der Rupmati, der Palast von Baz Bahadur, der Nilkanth Mahal und der See Rewa Kund.
Die Bauten verteilen sich auf ein weites Gelände. Wer sie nacheinander abläuft, bekommt einen Eindruck von der Größe der einstigen Stadt.
Wie erreicht man Mandu?
Mandu liegt etwa 95 Kilometer von Indore entfernt, der Weg führt über gute Straßen. Der nächste Flughafen ist Indore, der Flughafen Devi Ahilyabai Holkar. Der Bahnhof Ratlam liegt rund 130 Kilometer entfernt, aber auch in Indore halten Züge. Von Indore fahren regelmäßig Busse in etwa drei Stunden, auch von Dhar aus gibt es Busse und Mietwagen.
Viele Reisende kombinieren Mandu mit Omkareshwar in rund 105 Kilometern Entfernung und mit Maheshwar, das etwa 40 Kilometer entfernt liegt. Die Region eignet sich für einen mehrtägigen Ausflug abseits der großen Routen. Hinweise zu Verkehrsmitteln gibt die Seite Fortbewegung.
Wann ist die beste Reisezeit für Mandu?
Die beste Zeit reicht von Juli bis März. Die Temperaturen liegen im Durchschnitt zwischen etwa 14 und 30 Grad. Im Sommer klettert das Thermometer auf bis zu 46 Grad, im Winter fällt es unter 5 Grad. Der Monsun beginnt Anfang Juli und dauert bis Mitte September.
Einen Überblick über Indiens Jahreszeiten gibt die Seite Beste Reisezeit. Für die Ausrüstung hilft die Packliste.
Jahaz Mahal und Hindola Mahal
Der Jahaz Mahal ist ein zweistöckiger Palast von rund 120 Metern Länge. Er liegt zwischen den beiden künstlichen Seen Munj Talao und Kapur Talao und sieht aus wie ein Schiff, das auf dem Wasser schwimmt. Daher stammt sein Name. Gebaut wurde er von Sultan Ghiyas-ud-din Khalji und diente als Harem des Sultans.
Der Hindola Mahal gehört ebenfalls zur königlichen Palastanlage, zu der auch der Taveli Mahal und der Nahar Jharokha zählen. Der Name bedeutet Schaukelpalast und bezieht sich auf die schräg stehenden Seitenmauern. Die Halle diente als Audienzraum und zeigt Gitterwerk aus Sandstein sowie profilierte Säulen. Beide Bauten zeigen, wie die Sultane von Malwa Architektur und Wasser verbanden.
Im Jahr 1832 erschien der Jahaz Mahal unter dem Titel The Water Palace in einem englischen Bilderbuch mit einem Gedicht von Letitia Elizabeth Landon.
Jami Masjid, Ashrafi Mahal und das Grabmal von Hoshang Shah
Die Jami Masjid ist der große Gebetsraum der Stadt. Sie steht nach dem Vorbild der Großen Moschee von Damaskus auf einem hohen Sockel, besitzt eine große Eingangshalle mit Kuppel und von Arkaden umgebene Höfe. Sie ist eine der bedeutendsten Moscheen im afghanischen Stil in Indien.
Gegenüber der Moschee liegt der Ashrafi Mahal, der als Medrese, als Hochschule, gedacht war. Mahmud Shah Khilji ließ hier einen siebenstöckigen Turm zur Feier seines Sieges über Rana Khumba von Mewar planen, von dem nur ein Stockwerk erhalten ist. Ein geplantes Grabmal, das als größtes Bauwerk Mandus vorgesehen war, stürzte wegen fehlerhafter Bauweise ein.
Das Grabmal von Hoshang Shah stammt aus dem 15. Jahrhundert und ist Indiens erstes Bauwerk aus Marmor. Es besitzt eine große Kuppel, Marmorgitter und Ecktürme. Weitere Hinweise zur Grabarchitektur der Moguln gibt die Seite zum Humayun-Grab.

Baz Bahadur, Rupmati und der Rewa Kund
Die Liebesgeschichte von Baz Bahadur und Rani Rupmati ist das, was Mandu in der Erinnerung am stärksten prägt. Der Pavillon der Rupmati war ursprünglich ein Beobachtungsposten des Heeres und wurde später zum Rückzugsort der Königin. Von dort schaut man auf den Palast von Baz Bahadur und weit hinab auf den Fluss Narmada, der durch die Ebene von Nimar fließt. Die Überlieferung erzählt, dass sie ihren Tag mit einem Gebet an die Narmada begann.
Der Palast von Baz Bahadur entstand im frühen 16. Jahrhundert und besitzt einen großen Hof, Hallen und hohe Terrassen. Der Rewa Kund ist ein alter See hinter einem Hügel, den Baz Bahadur erweiterte und neu fasste. Die Orte liegen nicht weit voneinander und lassen sich gut an einem Tag verbinden.
Nilkanth Mahal, Tore und Fort
Der Nilkanth Mahal stammt aus der Zeit der Moguln. Shah Badgah Khan ließ ihn für die hinduistische Frau von Kaiser Akbar bauen. Er steht bei einem Shiva-Schrein, und an seinen Wänden finden sich Inschriften aus der Zeit Akbars. Er zeigt, dass Mandu auch nach den Sultanen weiter genutzt wurde.
Das Fort umgibt die Stadt mit einer Mauer, die von zwölf Toren unterbrochen wird. Der Hauptzugang ist das Delhi Darwaza, zu dem du durch Tore wie das Alamgir Darwaza und das Bhangi Darwaza gelangst.

Essen und lokale Besonderheiten
Typisch für die Gegend ist Dal Paniya, ein Gericht aus Maismehl, Salz, Zucker, Milch und Wasser, das zu Kugeln geformt, flach gedrückt und im Tandoor gebacken wird und dadurch einen rauchigen Geschmack erhält. Eine weitere Besonderheit ist der Baobab, hier Khorasani Imli genannt. Seine säuerliche Frucht reift im Februar und wird in Dal und Currys verwendet.
Jedes Jahr findet in Mandu das Mandu-Fest statt, bei dem Musik, Essen, Kunsthandwerk und Abenteueraktivitäten im Mittelpunkt stehen. Weitere Informationen zur Küche des Landes bietet die Seite Indische Küche.
Ausflüge rund um Mandu
Die Umgebung bietet mehrere Ziele, die sich mit dem Besuch verbinden lassen. Etwa 40 Kilometer entfernt liegt Maheshwar, rund 105 Kilometer sind es nach Omkareshwar. Die Höhlen von Bagh, aus dem Fels geschlagene Anlagen aus dem 6. Jahrhundert, liegen etwa 90 Kilometer von Mandu. Die Stadt Dhar, die mittelalterliche Distrikthauptstadt, ist Ausgangspunkt für Busse und Mietwagen und liegt auf dem Weg von Indore.
Auf der Seite zu Madhya Pradesh findest du weitere Ziele des Bundesstaats. Wer die Kunst des Mittelalters vertiefen will, ergänzt die Reise um die Tempel von Khajuraho, die Festung von Gwalior und den Buddhismus von Sanchi.
Mandu im Überblick: Wie man den Tag einteilt
Die Königsanlage mit Jahaz Mahal und Hindola Mahal, die Jami Masjid mit dem Ashrafi Mahal und dem Grabmal von Hoshang Shah sowie der Pavillon der Rupmati mit dem Palast von Baz Bahadur bilden die Schwerpunkte. Der Nilkanth Mahal, die Tore und der Rewa Kund runden den Besuch ab.
Wer nur einen Tag hat, konzentriert sich auf die Königsanlage und die Moschee mit dem Grabmal. Wer zwei Tage bleibt, kann den Rest in Ruhe ansehen. Beachte die Hinweise zur Sicherheit auf der Seite Sicherheit und zum Verhalten an Denkmälern auf der Seite Verhalten und Knigge.
Nimm dir für Mandu mindestens einen ganzen Tag und besser zwei Nächte vor Ort Zeit. Beginne früh am Jahaz Mahal und am Hindola Mahal, laufe mittags zur Jami Masjid und zum Grabmal von Hoshang Shah und besuche am Nachmittag den Pavillon der Rupmati. Bequeme Schuhe und Wasser sind wichtiger als Kameraausrüstung.
Wo liegt Mandu?
Auf einem Plateau der Vindhya-Berge im Distrikt Dhar in Madhya Pradesh, rund 610 Meter hoch. Der nächste Flughafen ist Indore, etwa 95 Kilometer entfernt.
Was ist der Jahaz Mahal?
Ein zweistöckiger Palast zwischen den Seen Munj Talao und Kapur Talao. Er sieht aus wie ein Schiff auf dem Wasser und diente als Harem des Sultans Ghiyas-ud-din Khalji.
Was ist besonders am Grabmal von Hoshang Shah?
Es stammt aus dem 15. Jahrhundert und ist Indiens erstes Bauwerk aus Marmor, mit großer Kuppel, Marmorgittern und Ecktürmen.
Wann ist die beste Reisezeit für Mandu?
Von Juli bis März. Im Sommer sind bis zu 46 Grad möglich, im Winter fallen die Temperaturen unter 5 Grad.
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