Mount Abu ist die einzige Hill Station Rajasthans, ein Bergmassiv im Aravalli-Gebirge mit dem Nakki Lake, dem Guru Shikhar als höchstem Punkt der Aravalli bei 1.722 Metern und den marmornen Dilwara-Tempeln der Jain. Dazu kommen Achalgarh, ein Waldschutzgebiet und Aussichtspunkte. Die beste Zeit ist von Oktober bis März, im Monsun ist die Landschaft grün.
Rajasthan ist für Wüste, Festungen und Paläste bekannt, doch im Süden des Bundesstaates erhebt sich ein Bergmassiv mit Wald, See und kühler Luft. Mount Abu gilt als die einzige Hill Station Rajasthans und zeigt eine andere Seite von Rajasthan als die Wüstenstädte. Wer eine Rundreise durch das Land der Könige plant, sollte hier einen Halt einplanen: Der Ort verbindet Natur, Pilgertradition und eine der bedeutendsten Tempelanlagen der Jain. Diese Seite stellt die wichtigsten Ziele vor, erklärt die Geschichte hinter den Dilwara-Tempeln, nennt die Anreise und sagt dir, wann der Besuch sich lohnt. Zur Einordnung in die Region hilft die Seite Rajasthan-Rundreise.
| Lage | Aravalli-Gebirge im Süden Rajasthans |
|---|---|
| Besonderheit | einzige Hill Station Rajasthans |
| Höchster Punkt | Guru Shikhar, 1.722 Meter, höchster Gipfel der Aravalli |
| Berühmteste Bauten | fünf Dilwara-Tempel der Jain aus weißem Marmor |
| Anreise | Bahnhof Abu Road (rund 28 km), Flughäfen Udaipur und Ahmedabad |
| Schutzgebiet | Mount Abu Wildlife Sanctuary mit über 250 Vogelarten |
| Beste Zeit | Oktober bis März |
Häufige Fragen auf dieser Seite
Was macht Mount Abu so besonders?
Rajasthan Tourism nennt Mount Abu die einzige Hill Station des Bundesstaates, eine Oase im Wüstenland. Britannica beschreibt den Ort als isoliertes Bergmassiv im Aravalli-Gebirge. In puranischer Zeit hieß das Gebiet Arbudaranya, „Wald des Arbhuda“. Nach einer Legende lag hier die Einsiedelei des Weisen Vashistha. Eine andere Erzählung berichtet von der Schlange Arbhuda, die Nandi, das Reittier Shivas, rettete und der Region den Namen gab, aus dem später Mount Abu wurde.
Der Reiz liegt in der Mischung: ein See, ein Waldschutzgebiet, Aussichtspunkte und Tempel. Wer das Wüstenland durchquert hat, merkt hier schnell, wie anders die Landschaft wirkt.
Welche Sehenswürdigkeiten gehören zu Mount Abu?
Der Nakki Lake ist das Zentrum des Ortes. Er gilt als der erste künstlich angelegte See Indiens, bietet Bootsfahrten und Sonnenuntergänge, und die Asche von Mahatma Gandhi wurde dort im Wasser verstreut. Über dem See steht der Toad Rock, ein krötenförmiger Felsen, der als inoffizielles Maskottchen des Ortes gilt, leicht zu besteigen ist und weite Blicke über den See bietet.
Der Guru Shikhar ist mit 1.722 Metern der höchste Gipfel der Aravalli. Ein Aufstieg über rund 300 in den Fels gehauene Stufen führt zum Tempel des Guru Dattatreya, einem Weisen, der als Inkarnation von Brahma, Vishnu und Shiva verehrt wird. In einer Höhle am Gipfel steht der Tempel, in der Nähe ein weiterer für seine Mutter Anasuya; zum Gipfel gehört außerdem ein Observatorium, das das Physical Research Laboratory betreibt. Der Gipfel liegt rund 15 Kilometer vom Ort entfernt. Eine Glocke von 1411 hängt nahe dem Tempel; wer oben ankommt, läutet sie. Bei klarem Wetter siehst du die Ebenen von Rajasthan und Gujarat. Der Gipfel ist von 6 bis 20 Uhr geöffnet.
Etwa 26 Kilometer nördlich liegt Achalgarh. Das Fort errichteten ursprünglich die Paramaras; Maharana Kumbha ließ es 1452 erneuern und gab ihm den Namen Achalgarh. Direkt davor steht der Achaleshwar-Mahadev-Tempel, ein Shiva-Heiligtum um ein natürlich entstandenes Linga, das den Zehenabdruck des Gottes tragen soll. Du siehst dort filigrane Arbeiten, viele Nandi-Figuren und eine unterirdische Grube.
Was sind die Dilwara-Tempel?
Die Dilwara-Tempel sind fünf Jain-Tempel aus weißem Marmor, etwa 2,5 Kilometer vom Ort entfernt; sie entstanden zwischen dem 11. und dem 16. Jahrhundert. Genannt werden der Vimal Vasahi und der Pittalhara, beide dem ersten Tirthankara Adinath gewidmet, der Luna Vasahi für den 22. Tirthankara Neminath, der Parshvanath-Tempel und der Mahavir-Swami-Tempel. Ihre Innenräume sind von den Türrahmen bis zu den Decken dicht ausgearbeitet. Britannica nennt den Vimala Vasahi als bedeutenden Jain-Tempel, der um 1031 entstand; die Außenseite ist schlicht, das Innere dagegen sehr reich geschmückt, und die Halle mit der kunstvoll geschnitzten Marmordecke kam Mitte des 12. Jahrhunderts hinzu. Der Luna Vasahi ist Neminath gewidmet und für seine Decken und die große Zentralhalle bekannt.
Der Eintritt ist frei. Die Tempel sind für Touristen etwa von 12 Uhr bis 17 oder 18 Uhr geöffnet; vormittags von 6 bis 12 Uhr sind sie den Gläubigen zum Gebet vorbehalten. Kameras und Mobiltelefone sind nicht erlaubt, Lederartikel ebenfalls nicht, und die Kleidung muss Schultern und Knie bedecken. Alle Tempel entstanden ohne moderne Werkzeuge: Lotusdecken, Säulen mit filigranen Mustern und Szenen aus der Jain-Überlieferung schmücken die Räume. Der Vimala Vasahi ist Adinath, dem ersten Tirthankara, gewidmet. Nimm dir Zeit für die Decken und Säulen: Gerade dort steckt die Arbeit, für die die Tempel berühmt sind.
Wann und wie reist du nach Mount Abu?
Am beliebtesten ist die Zeit von November bis Februar mit kühlem Wetter, ideal für Besichtigungen. Von März bis Juni ist es als Sommerfrische angenehm, besonders abends. Von Juli bis September ist Monsun, die Landschaft ist grün und es ist weniger los. Das Schutzgebiet besuchst du am besten von Oktober bis März. Als Richtwert: Im Januar liegen die Temperaturen im Ort nach den Angaben der Tourismusbehörde zwischen etwa 11 und 32 Grad, im Mai zwischen etwa 20 und 42 Grad; die Hitze im Mai macht den Besuch der offenen Wege und Treppen mühsam, und im Winter kann es morgens und abends kühl sein.
Der nächste Bahnhof ist Abu Road, etwa 28 Kilometer vom Ort entfernt; die letzte Strecke führt in Serpentinen den Berg hinauf. Udaipur ist mit Flughafen und Straßenverbindung gut 165 bis 170 Kilometer entfernt, Ahmedabad etwa 225 Kilometer. Die Fahrt ab Abu Road dauert wegen der Kurven länger, als die Entfernung vermuten lässt. Kombiniere Mount Abu am besten mit Udaipur und Jodhpur.
Das Schutzgebiet und Trevor’s Tank
Das Mount Abu Wildlife Sanctuary besteht seit 1960 und umfasst Granitklippen, tiefe Schluchten und bewaldete Täler. Hier leben Leoparden als Spitzenräuber, dazu Lippenbären, Sambarhirsche, Chinkara-Gazellen, Wildschweine, Streifenhyänen, Indische Füchse und Schuppentiere. Mehr als 250 Vogelarten sind verzeichnet, darunter der Paradiesschnäpper, das Graue Dschungelhuhn und der weltweit gefährdete Grüne Amandava. Die Pflanzenwelt umfasst über 800 Blütenpflanzen, darunter seltene Orchideen, Farne und Heilkräuter; manche kommen im Bundesstaat nur hier vor. Markierte Wanderwege führen zu Aussichtspunkten wie Sunset Point und Honeymoon Point. Trevor’s Tank, ein ehemaliges Krokodil-Schutzgebiet aus der Kolonialzeit, liegt etwa fünf Kilometer vom Ort entfernt und ist ein ruhiger Platz für Vogelbeobachter. Das Schutzgebiet ist von 6 bis 20 Uhr geöffnet. Die offizielle Tourismusinformation Rajasthans empfiehlt den Besuch zwischen Oktober und März, wenn es kühl und trocken ist; im Monsun sind Wege rutschig, und Blutegel gibt es auch.
Feste und typische Besuchsprogramme
Im Mai findet das Mount Abu Summer Festival statt, das auf Buddha Purnima abgestimmt ist und zwei bis drei Tage dauert. Es bietet Volksmusik und Tänze wie Ghoomar und Gair, Bootsrennen auf dem Nakki Lake, Qawwali-Abende und Feuerwerk. Zum Jahresende gibt es das Winter Festival mit Umzug, Lichteropfer (Deep-daan) am Nakki Lake, Kulturveranstaltungen, Sport und Silvesterfeuerwerk.
Ein typisches Besuchsprogramm nach den offiziellen Routenvorschlägen: Nakki Lake, Guru Shikhar, Achalgarh, Trevor’s Tank, Toad Rock, der Adhar-Devi-Tempel, der Raghunath-Tempel und die Dilwara-Tempel, danach das Schutzgebiet. Verteile die Ziele auf zwei Tage: am ersten Tag See, Toad Rock und Tempel, am zweiten Tag Guru Shikhar, Achalgarh und Schutzgebiet.
Adhar Devi, Peace Park und weitere Ziele
Der Adhar-Devi-Tempel liegt in einer natürlichen Höhle an einem Felshang. Du erreichst ihn über 365 steile Steinstufen, die für die Tage des Jahres stehen sollen. Die beste Zeit für den Aufstieg ist von Oktober bis März, und zu Navratri ist es voll. Der Brahma Kumaris Peace Park liegt zwischen den beiden Aravalli-Gipfeln Guru Shikhar und Achalgarh und bietet Meditationsräume, darunter eine Steinhöhle, und geführte Besichtigungen mit einem kurzen Meditationsfilm. Von Sunset Point und Honeymoon Point im Schutzgebiet siehst du die Hügel im goldenen Abendlicht.
Mount Abu in einer Rajasthan-Reise
Rajasthan wird oft mit Wüste und Palästen verbunden. Mount Abu zeigt eine andere Seite: Wald, See und Pilgerziele. Von Udaipur aus erreichst du den Ort auf der Straße. Die Etappe lohnt sich, wenn du nach einer Folge von Städten und Festungen Abwechslung suchst. Wer lieber Wüste erleben möchte, verbindet sie mit Jaisalmer.
Plane die Dilwara-Tempel für den Nachmittag ein, denn Touristen werden erst ab etwa 12 Uhr eingelassen, und nimm vorher Guru Shikhar oder den See mit. Lass Kamera und Handy im Hotel oder im Auto. Wer zum Sonnenuntergang auf den Toad Rock steigt, hat den See im weichen Licht vor sich.
Wie hoch liegt der Guru Shikhar?
Der Gipfel liegt auf 1.722 Metern und ist der höchste Punkt der Aravalli. Rund 300 Stufen führen zum Tempel.
Wie viele Dilwara-Tempel gibt es?
Fünf Jain-Tempel aus weißem Marmor, etwa 2,5 Kilometer vom Ort entfernt.
Wie komme ich nach Mount Abu?
Mit dem Zug bis Abu Road und weiter rund 28 Kilometer über Serpentinen. Flughäfen gibt es in Udaipur und Ahmedabad.
Wann ist die beste Reisezeit?
Von Oktober bis März. Die Wintermonate sind am beliebtesten, im Monsun ist es grün und ruhiger.
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