Mysore Reiseführer

Mysore Reiseführer

Mysore (Mysuru) im Süden Indiens ist die Stadt der Maharadschas von Karnataka. Ihr Prunkstück ist der prächtige Amba-Vilas-Palast, dazu kommen der Chamundi-Hügel mit seinem Tempel, der farbenfrohe Devaraja-Markt und die Traditionen von Sandelholz und Seide. Am schönsten ist Mysore von Oktober bis Februar, besonders zum Dasara-Fest.

Mysore gilt als die kulturelle Hauptstadt des Bundesstaates Karnataka und als eine der elegantesten Städte Südindiens. Anders als die hektischen Metropolen wirkt Mysore gepflegt, grün und beschaulich – geprägt von breiten Boulevards, Parks und den prunkvollen Bauten der Wodeyar-Dynastie, die hier über Jahrhunderte herrschte. Die Stadt ist berühmt für ihren märchenhaften Palast, für duftendes Sandelholz, für schimmernde Seide und für das Yoga, das von hier aus die Welt eroberte. Wer Südindien bereist, findet in Mysore einen königlichen, entspannten Kontrapunkt zu den Tempelstädten und Küsten. Die Stadt liegt verkehrsgünstig nahe Bangalore und ist ein natürlicher Baustein einer Südindien-Rundreise. Dieser Reiseführer zeigt dir die Höhepunkte, echte Geheimtipps und praktische Hinweise.

BundesstaatKarnataka, Südindien
Amtlicher NameMysuru
Bekannt fürMaharaja-Palast, Sandelholz, Seide, Yoga
Beste ReisezeitOktober bis Februar
HöhepunktDasara-Fest (September/Oktober)
Aufenthalt2 Tage
AnreiseBahn/Bus ab Bangalore (ca. 3 Std.)

Was macht den Maharaja-Palast von Mysore so besonders?

Der Amba-Vilas-Palast, meist einfach Mysore Palace genannt, ist das strahlende Herz der Stadt und einer der prächtigsten Paläste Indiens. Der heutige Bau entstand Anfang des 20. Jahrhunderts im indo-sarazenischen Stil, einer üppigen Mischung aus hinduistischen, islamischen, gotischen und Rajput-Elementen, nachdem ein Vorgängerbau abgebrannt war. Im Inneren glänzen Hallen aus Marmor, buntem Glas, geschnitztem Rosenholz und vergoldeten Säulen; besonders eindrucksvoll sind die Durbar-Halle und die Hochzeitshalle mit ihrer Pfauenkuppel. Der wohl magischste Moment ist der Sonntagabend (und während des Dasara-Festes täglich), wenn der gesamte Palast mit rund hunderttausend Glühbirnen illuminiert wird und wie ein goldenes Schmuckstück in der Nacht leuchtet. Plane den Innenbesuch am Tag und komm zur Beleuchtung noch einmal wieder – der Kontrast lohnt sich.

Welche Sehenswürdigkeiten muss man in Mysore sehen?

Über der Stadt erhebt sich der Chamundi-Hügel mit dem farbenprächtigen Chamundeshwari-Tempel, der Schutzgöttin der Wodeyars; auf halbem Weg wacht der monumentale, aus einem einzigen Felsen gehauene Nandi-Stier. Von oben hat man einen weiten Blick über Mysore. Im Zentrum lohnt der bunte, duftende Devaraja-Markt, ein Fest für die Sinne. Wer mehr Kunst sucht, besucht die Jaganmohan-Palast-Galerie mit indischer Malerei oder das prächtige Lalitha Mahal, einen weißen Palast am Stadtrand, heute ein Hotel. Ein beliebtes Ausflugsziel sind die Brindavan-Gärten am nahen Krishnaraja-Sagara-Staudamm mit ihren abendlich beleuchteten Springbrunnen. Und für Naturfreunde liegt das Vogelschutzgebiet Ranganathittu nur eine kurze Fahrt entfernt.

Blumen- und Farbstände auf dem Devaraja-Markt in Mysore
Berge von Blüten und leuchtenden Farbpulvern auf dem Devaraja-Markt in Mysore.

Welche Rolle spielen Sandelholz, Seide und Yoga?

Mysore ist untrennbar mit drei Traditionen verbunden. Sandelholz prägt die Stadt seit je: Die berühmte Mysore-Sandelseife, ätherische Öle, Räucherstäbchen und feine Schnitzereien gehen auf die königliche Förderung dieses kostbaren Holzes zurück. Mysore-Seide gilt als eine der edelsten Indiens – reine Seide mit echtem Goldfaden (Zari), traditionell zu prächtigen Saris verwoben; in staatlichen Manufakturen und Läden kann man die Herstellung sehen und Stoffe kaufen. Und schließlich ist Mysore die Wiege des Ashtanga-Yoga: Hier lehrte der legendäre Krishnamacharya am Hof des Maharadschas, und bis heute reisen Yogis aus aller Welt an, um in Mysore in dieser fordernden Tradition zu üben. Wer sich für indische Handwerkskunst interessiert, findet mehr im Bereich Kultur.

Geheimtipp

Steh für den Sonnenaufgang auf dem Chamundi-Hügel früh auf – wer die rund tausend Stufen des alten Pilgerpfads hinaufsteigt (statt hinaufzufahren), begegnet Einheimischen beim Morgengebet, passiert auf halber Höhe den riesigen Nandi-Stier und blickt bei klarer Luft über die noch stille Stadt. Und plane deinen Palastbesuch so, dass du am Sonntagabend zur Beleuchtung dort bist: Setz dich rechtzeitig auf den weiten Vorplatz, warte, bis das Licht angeht – im selben Moment leuchten hunderttausend Lampen auf, und ein Raunen geht durch die Menge. Für ein authentisches Andenken kaufst du Sandelholzöl oder Räucherwerk direkt im Devaraja-Markt statt im Touristenladen.

Wann ist die beste Reisezeit für Mysore?

Dank seiner Höhenlage auf dem Deccan-Plateau hat Mysore ein mildes, angenehmes Klima. Am schönsten ist die trockene, kühle Zeit von Oktober bis Februar mit warmen Tagen und angenehmen Abenden. Von März bis Mai wird es wärmer, bleibt aber erträglicher als in der Ebene. Der Monsun von Juni bis September bringt Regen und sattes Grün. Der absolute Höhepunkt im Kalender ist das zehntägige Dasara-Fest (Dussehra) im September oder Oktober, das königliche Fest von Mysore schlechthin: Der Palast erstrahlt allabendlich im Licht, und am letzten Tag zieht eine prächtige Prozession mit geschmückten Elefanten durch die Stadt. Zu dieser Zeit ist es voll – aber unvergesslich. Einen Klimaüberblick bietet die Seite beste Reisezeit.

Wie viel Zeit sollte man für Mysore einplanen?

Zwei Tage reichen für die Höhepunkte. Ein Tag gehört dem Palast, dem Devaraja-Markt und der abendlichen Beleuchtung; der zweite dem Chamundi-Hügel, einer Seiden- oder Sandelholz-Manufaktur und einem Ausflug zu den Brindavan-Gärten oder dem Vogelschutzgebiet Ranganathittu. Mysore liegt rund drei Autostunden von Bangalore entfernt und ist bequem per Zug oder Bus erreichbar. Von hier lässt sich die Reise gut fortsetzen – etwa zu den alten Tempelstädten Belur und Halebid, zum Wildreservat Nagarhole oder weiter in Richtung Kerala und Küste. So ist Mysore ein idealer Knotenpunkt einer Rundreise durch den Süden.

Welche Ausflüge lohnen sich rund um Mysore?

Das Umland ist reich an Zielen. Rund zwanzig Kilometer entfernt liegt Srirangapatna, die frühere Inselfestung von Tipu Sultan, mit Palast, Moschee und Tempeln – ein Schauplatz indischer Geschichte. Die filigranen Hoysala-Tempel von Belur, Halebid und Somnathpur zählen mit ihren unglaublich detailreichen Steinmetzarbeiten zu den Meisterwerken der indischen Baukunst. Naturfreunde besuchen das Vogelparadies Ranganathittu oder die Nationalparks Nagarhole und Bandipur, wo man mit Glück Elefanten und Tiger sieht. Und die Brindavan-Gärten mit ihren beleuchteten Springbrunnen sind ein beliebtes Ausflugsziel für den Abend. Wer die Küche liebt, sollte in Mysore außerdem die lokalen Spezialitäten probieren: die weiche Süßspeise Mysore Pak aus Kichererbsenmehl, Ghee und Zucker gilt als kulinarisches Wahrzeichen der Stadt, und ein echter, schaumig aufgeschlagener südindischer Filterkaffee gehört zu jedem Vormittag dazu. Viele dieser Orte und Erlebnisse lassen sich gut in eine Rundreise durch Karnataka einbinden, die Mysore mit Hampi im Norden und der Küste im Westen verbindet.

Wo übernachtet man in Mysore am besten?

Mysore ist entspannt und gut zu bereisen, und das gilt auch fürs Übernachten. Am praktischsten wohnt man zentral in der Nähe von Palast und Devaraja-Markt, von wo aus sich vieles zu Fuß oder mit einer kurzen Rikschafahrt erreichen lässt; hier reicht das Angebot von einfachen Gästehäusern bis zu soliden Mittelklassehotels. Wer es besonders stilvoll mag, übernachtet in einem der Heritage-Häuser oder im weißen Palasthotel Lalitha Mahal am Stadtrand, das königliche Atmosphäre mit Gartenanlagen verbindet. Für Yoga-Reisende, die zum Üben nach Mysore kommen, gibt es im Viertel Gokulam zahlreiche Gästehäuser und Langzeitunterkünfte nahe den bekannten Ashtanga-Schulen. In der Hochsaison von Oktober bis Februar und vor allem während des Dasara-Festes sind gute Häuser früh ausgebucht – dann lohnt eine rechtzeitige Reservierung, da halb Karnataka zum Fest anreist.

Heißt die Stadt Mysore oder Mysuru?

Beides. Mysuru ist der amtliche, 2014 offiziell gemachte Name; Mysore ist die international geläufige Schreibweise, die weiterhin überall verwendet wird.

Wann ist der Palast von Mysore beleuchtet?

Regelmäßig am Sonntagabend sowie an Feiertagen und während des Dasara-Festes täglich. Dann leuchten rund hunderttausend Glühbirnen – der spektakulärste Anblick der Stadt.

Was ist das Dasara-Fest in Mysore?

Das zehntägige königliche Fest im September oder Oktober mit beleuchtetem Palast und einer prächtigen Abschlussprozession mit geschmückten Elefanten. Es ist Mysores berühmtestes Ereignis.

Wie kommt man von Bangalore nach Mysore?

Per Zug oder Bus in rund drei Stunden. Die Strecke ist gut ausgebaut, und viele Reisende nutzen Mysore als entspannten Abstecher von Bangalore aus.

Weiter in den grünen Süden

Von Mysore führt der Weg in die Backwaters, Teeplantagen und Tempelstädte Südindiens.

Zur Südindien-Rundreise

Passend dazu: die Tempelstadt Hampi, die Kerala-Backwaters, der Bereich Kultur sowie die Übersicht aller Sehenswürdigkeiten.