Der Periyar-Nationalpark liegt bei Thekkady im Distrikt Idukki in den Westghats von Kerala. Im Zentrum des Tigerreservats mit 777 Quadratkilometern liegt der Stausee, der 1895 durch den Mullaperiyar-Damm entstand. Elefanten, Gaur, Sambar und Tiger leben hier, dazu mehr als 265 Vogelarten. Das Reservat gehört seit 1992 zum Projekt Elefant.
Wer in Kerala an Wildnis denkt, denkt an Periyar. Der Park liegt in den Westghats, dem Gebirgszug, der die Küste Südindiens vom Hochland trennt, und ist ein Schutzgebiet mit langer Geschichte. Die Maharadschas von Travancore nutzten das Tal als Jagdrevier, der Bau eines Staudamms setzte es 1895 unter Wasser, und aus dem See wurde das Herz eines Schutzgebiets, das heute Elefanten, Tiger, Gaur und viele Vögel beherbergt.
Dieser Ratgeber erklärt, wie das Reservat entstand, welche Tiere und Wälder es prägen, was du dort erleben kannst und wie du es mit anderen Zielen in Kerala verbindest. Die Seite ergänzt die Beiträge zu Munnar, den Backwaters von Kerala und zur Region Kerala.
| Lage | Westghats, Distrikt Idukki, Kerala |
|---|---|
| Ausgangsort | Thekkady |
| Stausee | Mullaperiyar-Damm, 1895 |
| Schutzstatus | Tigerreservat seit 1978, Nationalpark seit 1982, Projekt Elefant seit 1992 |
| Fläche des Tigerreservats | 777 Quadratkilometer |
| Vogelarten | mehr als 265 |
| Säugetiere | mehr als 35 Arten |
| Zentrum | künstlicher See |
| Nächste Flughäfen | Kochi, Coimbatore, Madurai und Thiruvananthapuram |
Häufige Fragen auf dieser Seite
Wie entstand der Periyar-Nationalpark?
Das Tal des Periyar wurde bis ins 12. Jahrhundert von den Pandya regiert, die von Madurai aus herrschten. Im 18. und 19. Jahrhundert war es ein Jagdgebiet der Könige von Travancore. Für Gäste der Königsfamilie entstand im Gebiet der Edapalayam-Seepalast. Das Königreich Travancore umfasste den größten Teil des heutigen südlichen Kerala, den Distrikt Kanyakumari und Teile des südlichen Tamil Nadu. Nach der Unabhängigkeit vereinigte es sich mit Cochin, und beide gingen später zusammen mit dem Distrikt Malabar des Staates Madras im Bundesstaat Kerala auf.
1895 wurde der Mullaperiyar-Damm gebaut. Er staut den nach Westen fließenden Periyar zu einem See, der die Landschaft des Tals veränderte. 1899 wurde das Gebiet zum Periyar-Seereservat erklärt, vor allem um das Jagdrevier der Könige vor dem Vordringen der Teeplantagen zu schützen. 1934 wurde daraus das Nellikkampatty-Wildschutzgebiet, auf Empfehlung von S. C. H. Robinson, dem ersten Wildhüter. 1950 wurde Land hinzugefügt und das Periyar-Wildschutzgebiet geschaffen. 1978 wurde es als Tigerreservat in das Projekt Tiger aufgenommen, 1982 erhielt der Kern den Status eines Nationalparks.
Welche Schutzprogramme gelten für Periyar?
Das Projekt Tiger startete 1972 und schützt den Bengalischen Tiger, Indiens Nationaltier. Periyar trat ihm 1978 bei und wurde dabei zum Periyar-Tigerreservat. 1992 kam das Projekt Elefant hinzu, das wilde Asiatische Elefanten schützt. 1996 begann im Reservat das India Eco-Development Project. 2001 wurde das Schutzgebiet in zwei Abteilungen gegliedert, Periyar Ost und Periyar West.
Das Tigerreservat umfasst 777 Quadratkilometer. Zu den Maßnahmen zählen die Wiederherstellung von Lebensräumen, Patrouillen gegen Wilderei und ein Tourismus, der Gemeinden vor Ort einbindet. Gaur und Sambar sind die wichtigste Beute der Tiger und der Wildhunde, deshalb gehören sie zu den Tieren, auf die sich der Schutz des Lebensraums richtet.
Welche Tiere leben im Periyar-Nationalpark?
Mehr als 35 Säugetierarten sind im Park zu Hause, darunter seltene und bedrohte. Am häufigsten zeigen sich Gaur, das größte Wildrind des Gebiets, und Sambar, Indiens größter Hirsch, vor allem bei der Fahrt mit dem Boot über den See. Dazu kommen Malabar-Riesenhörnchen, Travancore-Gleithörnchen, Wildschweine, Dschungelkatzen und Lippenbären.
Zu den bedrohten Arten zählen Nilgiri-Langur, Löwenschwanzmakak, Nilgiri-Tahr in den felsigen Höhenlagen, Nilgiri-Marder und der Flughund Salim Ali. Unter den mehr als 265 Vogelarten sind Doppelhornvogel und Ceylon-Froschmund, dazu Endemiten der Westghats wie Nilgiri-Waldtaube, Blauflügelsittich, Nilgiri-Schnäpper und Malabar-Hornvogel. Elefanten kommen zum Trinken und zum Abkühlen an den See, das Reservat ist ein guter Ort, ihr Leben zu beobachten.
Wie erreicht man Periyar?
Der Park liegt bei Thekkady im Distrikt Idukki. Die nächsten Flughäfen sind Kochi, Coimbatore, Madurai und Thiruvananthapuram. Als Bahnhöfe kommen Aluva und Madurai Junction in Betracht. Von dort geht es mit dem Auto oder Bus weiter ins Hochland.
Viele Reisende verbinden Periyar mit Munnar und den Backwaters. Die Seiten zu Kochi, Munnar und Südindien und Kerala zeigen mögliche Routen. Zur Planung der Jahreszeit hilft die Seite Beste Reisezeit.
Der See als Herz des Schutzgebiets
Der Stausee ist das Zentrum des Reservats. Er entstand, als der Mullaperiyar-Damm den Fluss Periyar sperrte, und er ist heute der Ort, an dem Tiere und Besucher aufeinandertreffen. Elefanten und Vögel versammeln sich dort zum Trinken und, in den heißen Monaten, zum Baden und Abkühlen. Wer mit dem Boot über den See fährt, sieht Herden am Ufer, Gaur und Sambar in den Uferwäldern und Vögel im Geäst.
Die Bootsfahrt ist die klassische Art, Periyar zu erleben. Sie führt an Uferzonen und Buchten vorbei, in denen Tiere zum Wasser kommen. Auf dem See bleibst du auf Abstand und störst die Tiere nicht. Wer Fotos machen möchte, braucht ein Teleobjektiv und Geduld, denn die Tiere zeigen sich nicht auf Bestellung.
Der See speist auch die Landschaft darunter. Wasser, Wald und Grasland bilden einen zusammenhängenden Lebensraum, in dem die Tiere im Lauf des Jahres zwischen Uferzonen und höheren Lagen wechseln.

Wälder und Grasland der Westghats
Im Reservat wachsen immergrüne und halbimmergrüne Wälder, feuchte Laubwälder und Graslandschaften. Die Westghats sind ein Gebirge mit großer Artenvielfalt, und in Periyar zeigt sich das an der Vielfalt der Wälder, der Grasflächen auf den Höhen und der Flüsse, die das Gebiet durchziehen.
Diese Lebensräume sind eng verbunden mit den Tieren. Gaur und Sambar fressen im Grasland und im Unterholz, Tiger und Wildhunde jagen sie. Primaten wie Löwenschwanzmakak und Nilgiri-Langur nutzen die Baumkronen, während der Nilgiri-Tahr in den felsigen Höhenlagen lebt. Wer die Natur Indiens im größeren Zusammenhang sehen möchte, findet Hintergründe auf den Seiten Tiere, Pflanzen und Regenwälder.
Erleben: Boot, Wachtürme, Bambusfloß und Wanderwege
Im Park stehen mehrere Möglichkeiten zur Wahl. Bootsfahrten auf dem See sind die bekannteste, daneben gibt es Wachtürme im Reservat, von denen aus du Tiere beobachtest, sowie Fahrten auf Bambusflößen und Wanderwege durch den Wald. Für Übernachtungen im Park stehen Unterkünfte zur Verfügung, die über Anbieter mit Zulassung gebucht werden. Die Wachtürme lassen sich im Forest Information Centre in Thekkady reservieren.
Rund um den Park liegen Plantagen mit Tee, Kardamom, Pfeffer und Kaffee. Die Plantagen lassen sich besichtigen. Zu Wanderungen gibt es ergänzende Hinweise auf der Seite Trekking, zur Gesundheit auf Gesundheit und Impfungen.

Was du bei einem Besuch beachten solltest
Das Reservat dient dem Schutz der Tiere, deshalb gelten klare Regeln: Bleibe auf den Wegen, folge den Anweisungen der Guides, füttere keine Tiere und hinterlasse keinen Müll. Lärm und Gerüche stören, zudem sollte Kleidung in gedeckten Farben getragen werden. Packe Regenschutz, Sonnenschutz und Insektenschutz ein. Hinweise zur Ausrüstung bietet die Packliste.
Periyar eignet sich als Ergänzung zu anderen Naturzielen Indiens. Wer Tiger im Fokus hat, schaut zusätzlich auf Ranthambore, Corbett und Kanha. In Periyar selbst steht dagegen der Elefant im Mittelpunkt, kombiniert mit Wäldern, Wasser und Vögeln.
Periyar in einer Kerala-Reise
Periyar lässt sich gut mit den Küstenzielen Keralas verbinden. Kochi ist einer der nächsten Flughäfen, von dort führt die Route ins Hochland zu den Teeplantagen von Munnar und weiter in die Gewürzregion um Thekkady. Zum Abschluss eignen sich die Backwaters an, wo Boote und Kanäle das Gegenstück zur Bergwelt bilden. Wer von Tamil Nadu aus anreist, nutzt Madurai als Verkehrsknoten, denn Flughafen und Bahnhof von Madurai gehören zu den nächsten des Parks.
Plane für den Park mindestens zwei Nächte ein, damit auf dem See, im Wachturm und im Wald genug Zeit bleibt und nichts an einem Tag zusammengedrängt wird. Die Wachtürme lassen sich im Forest Information Centre in Thekkady reservieren. Eine Übersicht zu Verkehrsmitteln gibt die Seite Fortbewegung.
Elefanten und Tiger im Vergleich der Schutzgebiete
Jeder Park Indiens hat ein eigenes Profil. In Periyar prägt der See das Bild, und die Elefanten sind die sichtbarsten Bewohner. In Ranthambore liegen Tiger vor Festungsruinen, in Corbett prägen Flusstäler und Wald das Bild, in Kaziranga sind es Grasland und Nashörner. Periyar ergänzt diese Auswahl um den Lebensraum der Westghats mit ihren Endemiten wie Nilgiri-Tahr, Löwenschwanzmakak und Nilgiri-Langur.
Für Reisende, die Wildnis mit Kultur verbinden wollen, ist die Region günstig: Plantagen, Tempel und Küste liegen in überschaubarer Entfernung. Wer sich für Naturschutz interessiert, erfährt in Periyar zudem, wie aus einem Jagdrevier der Könige ein Schutzgebiet wurde, das Wildtiere, Wasser und Dorfgemeinschaften verbindet.
Reserviere Bootsfahrt und Wachturm frühzeitig und halte dich an die Anweisungen der Guides. Plane Zeit für die Gewürzplantagen rund um Thekkady ein und nimm Ferngläser mit, denn viele Vögel sitzen hoch in den Baumkronen am Seeufer.
Wann wurde der Mullaperiyar-Damm gebaut?
1895. Der Damm staut den Fluss Periyar zu dem See, der das Zentrum des Reservats bildet.
Seit wann ist Periyar ein Tigerreservat?
Seit 1978. Der Kern wurde 1982 zum Nationalpark erklärt, seit 1992 gehört das Reservat zum Projekt Elefant.
Welche Tiere sieht man in Periyar?
Elefanten, Gaur und Sambar zeigen sich am See, dazu Malabar-Riesenhörnchen, Lippenbären und mehr als 265 Vogelarten. Tiger leben im Reservat.
Wie komme ich nach Periyar?
Über die Flughäfen Kochi, Coimbatore, Madurai oder Thiruvananthapuram und von dort mit Auto oder Bus nach Thekkady.
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