Qutb Minar Delhi: Turm, Eiserne Säule, Alai Darwaza und Besuch

Qutb Minar Delhi: Turm, Eiserne Säule, Alai Darwaza und Besuch

Der Qutb Minar in Delhi ist mit 72,5 Metern der höchste gemauerte Turm Indiens. Qutb ud-Din Aibak begann ihn 1199, Iltutmish fügte weitere Stockwerke hinzu. Im Komplex stehen außerdem die älteste erhaltene Moschee der Sultane von Delhi, die Eiserne Säule aus dem vierten Jahrhundert und das Alai Darwaza von 1311. Die UNESCO führt ihn seit 1993 als Welterbe.

Wer im Süden von Delhi aus dem Wagen steigt und den Qutb Minar zum ersten Mal sieht, versteht, warum die Sultane von Delhi ihn bauten: Der Turm sollte weithin zeigen, wer hier herrschte. Er besteht aus rotem und gelbbraunem Sandstein, ist mit Inschriftenbändern überzogen und trägt an jedem Stockwerk einen vorspringenden Balkon. Um ihn herum liegt ein weiter Komplex mit Moschee, Grabbauten, einem Prachttor und einer rätselhaften Eisensäule, deren Inschrift aus dem vierten Jahrhundert stammt. Diese Seite erklärt, wer was wann gebaut hat, wie du den Komplex in sinnvoller Reihenfolge erkundest und warum er so wichtig für die Kunstgeschichte Indiens ist. Zum Vergleich mit den späteren Mogulbauten siehst du das Humayun-Grabmal und das Rote Fort.

Höhe72,5 Meter, höchster gemauerter Turm Indiens
Durchmesseretwa 14,32 Meter am Fuß, rund 2,75 Meter an der Spitze
Materialroter und gelbbrauner Sandstein mit Inschriftenbändern
Baubeginn1199 unter Qutb ud-Din Aibak
WeiterbauIltutmish (1211–1236) fügte drei Stockwerke hinzu
WelterbeUNESCO seit 1993, betreut vom Archaeological Survey of India (ASI)
Im KomplexQuwwat-ul-Islam-Moschee, Eiserne Säule, Iltutmish-Grab, Alai Darwaza, Alai Minar

Wer hat den Qutb Minar gebaut?

Qutb ud-Din Aibak legte 1199 den Grundstein und ließ das erste Stockwerk errichten. Sein Nachfolger Iltutmish, der von 1211 bis 1236 regierte, fügte drei weitere Stockwerke hinzu. Später sorgten Firuz Shah Tughlaq (1351–1388) und Sikandar Lodi (1489–1517) für Instandsetzungen, und 1829 führte Major R. Smith Reparaturen und eine Restaurierung durch. Der Turm ist also das Ergebnis mehrerer Epochen, nicht das Werk eines einzigen Herrschers.

Die Inschriften in arabischer und Nagari-Schrift, die an mehreren Stellen den Schaft umziehen, überliefern diese Geschichte. Wer sie liest, findet dort die Namen und Jahre der Bauherren.

Wie ist der Turm aufgebaut?

Der Turm misst 72,5 Meter und gilt als der höchste gemauerte Turm Indiens. Sein Durchmesser verjüngt sich von etwa 14,32 Metern am Fuß auf rund 2,75 Meter an der Spitze. Jedes der fünf Stockwerke trägt einen vorspringenden Balkon, der auf Steinkonsolen mit wabenartiger Struktur ruht; am deutlichsten siehst du diese Konsolen am ersten Stockwerk. Die Balkone gliedern den Schaft in Abschnitte und waren dafür gedacht, dass die Rufer zum Gebet von dort ihre Stimme erheben konnten.

Rote und gelbbraune Sandsteinbänder und die Inschriftenbänder gliedern den Schaft zusätzlich. Wenn du am Fuß des Turms stehst und nach oben schaust, siehst du, wie stark sich der Durchmesser verjüngt – ein Eindruck, den kein Foto vermittelt.

Was gibt es im Komplex außer dem Turm zu sehen?

Neben dem Turm steht die Quwwat-ul-Islam-Moschee, die Aibak 1198 errichten ließ. Sie ist die älteste erhaltene Moschee, die die Sultane von Delhi bauten, und gilt als älteste Moschee Nordindiens. Für den Bau verwendeten die Baumeister geschnitzte Bauglieder aus zerstörten Hindu- und Jain-Tempeln. Die Moschee besteht aus einem Hof mit Säulengängen und einem Gebetssaal; später wurde ein hoher Bogenschirm vorgesetzt, und Iltutmish (1210–35) und Alauddin Khalji erweiterten die Moschee.

Im Hof steht die Eiserne Säule. In der Nordwestecke der Moschee liegt zudem das Grab von Iltutmish, ein schlichter quadratischer Raum aus rotem Sandstein, dessen Wände Inschriften sowie geometrische und Arabeskenmuster tragen; es entstand 1235. Im Süden der Moschee steht das Alai Darwaza, das Prachttor, das Alauddin Khalji 1311 (AH 710) errichten ließ. Im Komplex befinden sich außerdem die Gräber von Alauddin Khalji und Imam Zamin sowie nördlich des Turms der unvollendete Alai Minar.

Wie planst du den Besuch?

Das ASI verwaltet den Komplex. Kinder unter 15 Jahren haben freien Eintritt; für ausländische Gäste ist der Eintritt höher als für Inder, und das Online-Ticket kostet weniger als der Barkauf. Kaufe es vorab über die ASI-Ticketseite und prüfe dort die aktuellen Zeiten, denn die Öffnung folgt dem Sonnenstand. Rechne mit etwa eineinhalb bis zwei Stunden. In der Nähe liegt der Mehrauli Archaeological Park.

Wer Fotos machen will, kommt früh, wenn das Licht weich ist und wenige Gruppen unterwegs sind. Trage feste Schuhe; der Komplex ist weitläufig, und du läufst viel auf Stein. Verbinde den Besuch mit dem Humayun-Grabmal, um die Entwicklung vom frühen Sultanat zu den Moguln an einem Tag zu sehen.

Die Eiserne Säule

Die Säule im Hof der Moschee ist älter als alles andere im Komplex. Eine Sanskrit-Inschrift in Brahmi-Schrift aus dem vierten Jahrhundert besagt, dass sie als Vishnudhvaja, als Standarte des Gottes Vishnu, auf dem Hügel Vishnupada zum Gedenken an einen mächtigen König namens Chandra aufgestellt wurde. Eine Öffnung am Kapitell deutet darauf hin, dass dort einst ein Bild des Garuda befestigt war. Die Säule besteht aus vielen hundert kleinen Schmiedeeisen-Blöcken, die miteinander verschweißt wurden; sie ist das größte bekannte zusammengesetzte Eisenobjekt aus so früher Zeit. Ihre Korrosionsbeständigkeit führen Fachleute auf das widerstandsfähige Schmiedeeisen, das Klima Delhis und vermutlich häufiges Einreiben mit Ghee zurück.

Die Inschrift stammt aus dem vierten Jahrhundert, die Moschee aus dem späten zwölften. Das macht den Hof zu einem Ort, an dem Epochen nebeneinanderstehen: Standarte, Moschee, Turm.

Das Alai Darwaza und der unvollendete Alai Minar

Alauddin Khalji ließ 1311 das südliche Tor der Moschee errichten. Das ASI nennt das Alai Darwaza das erste Gebäude im Komplex, das die islamischen Prinzipien von Konstruktion und Ornament konsequent anwendet; die UNESCO beschreibt es als Meisterwerk indo-islamischer Kunst. Es besteht aus rotem Sandstein und ist reich beschnitzt. Beobachte die Ornamente der Bögen und die Muster der Wände: Sie zeigen, wie sich die Baukunst der Sultane innerhalb weniger Jahrzehnte weiterentwickelte.

Derselbe Herrscher begann nördlich des Qutb Minar den Alai Minar, einen Turm, der doppelt so groß werden sollte wie das Vorbild. Fertiggestellt wurde nur das erste Stockwerk, das heute 25 Meter hoch steht. Der Stumpf wirkt klein neben dem Qutb Minar, zeigt aber den Anspruch des Bauherrn und gehört zum Rundgang.

Ein Rundgang in sinnvoller Reihenfolge

Beginne am Turm und lies die Inschriftenbänder, soweit du sie erkennst. Gehe dann in die Moschee: Im Hof siehst du geschnitzte Bauglieder aus älteren Tempeln, die in den Sultansbau eingegangen sind. Die Eiserne Säule steht im Hof, und von dort geht es zum Iltutmish-Grab in der Nordwestecke der Moschee. Zum Schluss gehst du zum Alai Darwaza im Süden und zum Alai Minar im Norden. So erlebst du den Komplex in der Reihenfolge, in der er wuchs: zuerst Aibaks Moschee und Turm, dann Iltutmishs Ergänzungen, am Ende die Erweiterungen Alauddin Khaljis. Nimm dir zum Schluss Zeit für die Gräber von Alauddin Khalji und Imam Zamin, die ebenfalls im Areal stehen und den Rundgang abrunden. Wenn du sie siehst, hast du alle Bauphasen des Komplexes vom Turm bis zu den Grabbauten gesehen, und du kannst mit der Gewissheit gehen, dass du nichts Wesentliches ausgelassen hast. Das gibt dir auch einen guten Maßstab für spätere Besuche in Agra und Jaipur.

Der Komplex als Zeitleiste

Wer die Daten nebeneinanderlegt, sieht, wie dicht die Bautätigkeit war. Im vierten Jahrhundert wird die Eiserne Säule aufgestellt. 1198 lässt Aibak die Quwwat-ul-Islam-Moschee bauen, 1199 beginnt er den Turm. Unter Iltutmish (1211–1236) wächst der Turm um drei Stockwerke, die Moschee wird erweitert, und 1235 entsteht sein Grab in der Nordwestecke der Moschee. 1311 folgt das Alai Darwaza, und Alauddin Khalji beginnt den Alai Minar, den er nicht vollenden kann. Später sichern Firuz Shah Tughlaq (1351–1388) und Sikandar Lodi (1489–1517) den Turm, und 1829 restauriert ihn Major R. Smith.

Für dich bedeutet das: Der Komplex ist kein Bauwerk aus einem Guss, sondern ein Archiv in Stein. Jede Mauer erzählt von einem anderen Herrscher, und selbst die Reparaturen sind Teil der Geschichte. Nimm dir deshalb Zeit, einen Abschnitt nach dem anderen zu betrachten, und vergleiche Material, Ornament und Schriftbänder. Wer so vorgeht, versteht nach dem Besuch, warum die UNESCO den gesamten Komplex und nicht nur den Turm als Welterbe führt – das Verzeichnis nennt ausdrücklich den Turm und seine Monumente.

Geheimtipp

Nimm dir Zeit für die Säulen im Moscheehof. Die geschnitzten Bauglieder stammen aus älteren Hindu- und Jain-Tempeln und wurden in die Moschee eingefügt. Wer das einmal gesehen hat, achtet auch an anderen frühen Moscheen auf solche wiederverwendeten Stücke.

Wie hoch ist der Qutb Minar?

Der Turm ist 72,5 Meter hoch und damit der höchste gemauerte Turm Indiens. Der Durchmesser beträgt unten etwa 14,32 Meter, oben rund 2,75 Meter.

Wer hat den Qutb Minar gebaut?

Qutb ud-Din Aibak begann den Bau 1199 und errichtete das erste Stockwerk. Iltutmish fügte drei Stockwerke hinzu.

Was ist die Eiserne Säule?

Eine Säule aus Schmiedeeisen im Hof der Moschee. Eine Sanskrit-Inschrift aus dem vierten Jahrhundert nennt sie ein Vishnu-Banner zum Gedenken an einen König namens Chandra.

Wo kaufe ich Tickets?

Online über die Ticketseite des ASI. Das Online-Ticket ist günstiger als das am Schalter, Kinder unter 15 Jahren sind frei.

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