Thanjavur und die Chola-Tempel: Brihadisvara, Gangaikondacholapuram, Darasuram

Thanjavur und die Chola-Tempel: Brihadisvara, Gangaikondacholapuram, Darasuram

Die Großen Lebenden Chola-Tempel in Tamil Nadu umfassen den Brihadisvara-Tempel in Thanjavur, den Tempel von Gangaikondacholapuram und den Airavatesvara-Tempel in Darasuram. Rajaraja weihte den Granittempel von Thanjavur 1009 bis 1010 ein, sein Lingam ist 8,7 Meter hoch. Der Tempel ist täglich von 6.30 bis 20.30 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei.

Im Delta des Kaveri liegt Thanjavur, die frühere Hauptstadt der Chola, die vom 9. bis 12. Jahrhundert den Süden Indiens prägten. Die Stadt wird auch „Reisschüssel von Tamil Nadu“ genannt. Hier steht der Brihadisvara-Tempel, der ehrgeizigste Strukturbau aus Granit unter den Tempeln seiner Zeit. Zusammen mit dem Tempel von Gangaikondacholapuram und dem Airavatesvara-Tempel in Darasuram bildet er die Große Lebende Chola-Tempel, eine Welterbestätte. Der Ratgeber führt dich durch alle drei Tempel, stellt den Palast der Marathen, die Tanjore-Malerei und die Bronzen vor und nennt Öffnungszeiten, Anreise und Reisezeit. Thanjavur liegt im Bundesstaat Tamil Nadu und lässt sich gut mit Madurai und Mahabalipuram zu einer Südindien-Reise verbinden.

LageThanjavur im Kaveri-Delta, Tamil Nadu, rund 330 km von Chennai
Brihadisvara-TempelErbaut von Rajaraja, eingeweiht 1009 bis 1010, Welterbe seit 1987
Tempel von GangaikondacholapuramErbaut von Rajendra I., vollendet 1035, Turm 53 m
Airavatesvara-TempelErbaut von Rajaraja II. (1143 bis 1173), Turm 24 m
BesonderheitenLingam 8,7 m, Turm auf einem Granitblock, Wandmalereien, Nandi aus einem Fels
ÖffnungszeitenBrihadisvara täglich 6.30 bis 20.30 Uhr, Eintritt frei
AnreiseFlughäfen Tiruchirappalli (TRZ) und Madurai (IXM), Bahnhof Thanjavur (TJ)

Was ist der Brihadisvara-Tempel in Thanjavur?

Der Brihadisvara-Tempel ist dem Gott Shiva geweiht und wird auch „Großer Tempel“ genannt. Der Chola-Kaiser Rajaraja, der 985 den Thron bestieg, schuf ihn als sein größtes Werk und weihte ihn in seinem 19. Regierungsjahr ein, das ist das Jahr 1009 bis 1010. Nach dem König heißt der Tempel Rajesvara Peruvudaiyar. Das Bauwerk besteht aus Granit. Der Tempel wurde 1987 in die Welterbeliste eingetragen; später kamen zwei weitere Chola-Tempel des 11. und 12. Jahrhunderts hinzu.

Der innere Hof (Prakara) misst 240,9 Meter in Ost-West-Richtung und 122 Meter in Nord-Süd-Richtung. Im Osten steht das Torgebäude (Gopura), an den beiden Seiten und an der Rückseite führen drei einfachere Torbögen (Torana) hinein. Eine zweigeschossige Säulenhalle (Malika) mit kleinen Nebenschreinen umgibt den Hof. Der Turm über dem Allerheiligsten (Vimana) hat eine achteckige Spitze (Sikhara), die auf einem einzigen Granitblock ruht, einem Quadrat von 7,8 Metern Seitenlänge und 80 Tonnen Gewicht. Im Heiligtum steht das große Shiva-Linga, das 8,7 Meter hoch ist.

Welche Skulpturen, Malereien und Inschriften gibt es im Brihadisvara-Tempel?

In den Wandnischen und den inneren Gängen stehen lebensgroße Figuren: Durga, Lakshmi, Sarasvati, Bhikshatana, Virabhadra, Kalantaka, Natesa, Ardhanarisvara und Alingana-Formen von Shiva. Ein Herrscher der Marathen, Sarfoji, baute den Ganapati-Schrein wieder auf. Vor dem Tempel liegt der Nandi, einer der größten Stiere Indiens, aus einem einzigen Granitfelsen gehauen.

An den unteren Wänden des Umgangs sind Wandmalereien erhalten, die aus der Chola-Zeit und späteren Epochen stammen. Sie zeigen Szenen aus dem Leben der Zeit und aus Legenden. Die Gemälde der Nayaka-Schule von Thanjavur liegen größtenteils über den Malereien der Chola. Der profilierte Sockel des Tempels trägt lange Inschriften des Erbauers, die seine Stiftungen, frommen Taten und Ereignisse in der Verwaltung des Tempels festhalten. Wer sich für die Bauweise indischer Tempel interessiert, liest weiter auf der Seite Indische Architektur.

Was zeichnet Gangaikondacholapuram und Airavatesvara aus?

Gangaikondacholapuram im Distrikt Perambalur baute Rajendra I., der Sohn Rajarajas, der von 1012 bis 1044 regierte. Der Tempel wurde 1035 vollendet. Die neue Hauptstadt entstand im ersten Viertel des 11. Jahrhunderts. Der Turm über dem Heiligtum ist 53 Meter hoch und hat eingezogene Ecken und eine geschwungene Linie nach oben, anders als der gerade aufsteigende Turm in Thanjavur. Sechs Paare monolithischer Torwächter (Dvarapala) bewachen die Eingänge. Zu den Skulpturen zählen der tanzende Ganesa, Ardhanari, Dakshinamurthi, Harihara, Nataraja, Gangadhara, Lingodhbhava, Vishnu, Subrahmanya, Durga, Brahma und Bairava. Die Bronzen Bhogasakti und Subrahmanya sind Meisterwerke. Der Saurapitha ist ein Lotusaltar mit acht Gottheiten. Eine Inschrift Rajendras selbst gibt es nicht, die älteste stammt von seinem Sohn und verzeichnet Schenkungen des Vaters. Ein britischer Offizier ließ im 19. Jahrhundert die Steine für ein Wehr im Kollidam abtragen; Proteste der Bevölkerung verhinderten den Abriss. Der Tempel liegt rund 250 Kilometer von Chennai entfernt an der Straße nach Kumbakonam.

Airavatesvara in Darasuram, einem Vorort von Kumbakonam, baute Rajaraja II., der von 1143 bis 1173 regierte. Der Turm ist 24 Meter hoch, die vordere Halle (Rajagambhiran tirumandapam) ist als Wagen mit Rädern gestaltet. In Miniaturfriesen sind die 63 Nayanmaren dargestellt, die Heiligen der Shiva-Verehrung. Der König stiftete den Vortrag der Thevaram-Hymnen. Zu den Skulpturen zählen Nagaraja, Agastya, der tanzende Martanda Bhairava, Sarabhamurti und Ganesa; der vollständige Satz der Bhikshatana mit den Frauen der Weisen steht heute in der Kunstgalerie von Thanjavur. Sieben Stufen am Altar stehen für die sieben Töne der Musik. Der Tempel ist nach Airavata benannt, dem weißen Elefanten Indras; Yama befreite sich der Überlieferung nach von einem Fluch, als er im Tempelteich badete, der heute Yamatheertham heißt. Ein eigener Devi-Tempel wurde etwas später gebaut. Darasuram ist etwa 290 Kilometer von Chennai entfernt.

Wann reist du am besten nach Thanjavur und wie kommst du hin?

Die Temperaturen im Monatsverlauf (Tiefst- bis Höchstwert in Grad Celsius): Januar 18,5 bis 32,2, Februar 19 bis 35,6, März 19,8 bis 38,7, April 22,2 bis 40,4, Mai 24 bis 41,1, Juni 23,1 bis 41,2, Juli 22,8 bis 39,4, August 22,5 bis 38,7, September 22,3 bis 36,8, Oktober 22,8 bis 35,5, November 20 bis 33,1 und Dezember 19,1 bis 31,2. Von März bis Juli steigen die Höchstwerte auf 38 bis 41 Grad. Dann besuchst du die Tempel am frühen Morgen oder am späten Nachmittag. Die kühleren Monate von November bis Februar eignen sich für ausgedehnte Besichtigungen. Allgemeine Hinweise bietet die Seite beste Reisezeit für Indien.

Die nächsten Flughäfen sind Tiruchirappalli (TRZ) und Madurai (IXM), der Bahnhof Thanjavur (TJ) liegt in der Stadt, dazu kommen Straßenverbindungen und regelmäßige Stadtbusse. Von Thanjavur aus erreichst du Kumbakonam und Darasuram auf der Straße.

Palast der Marathen und Museum

Im 17. Jahrhundert bauten die Marathen-Herrscher den Palast von Thanjavur, auch Thanjavur Aranmanai genannt. Im Museum sind Bronzeskulpturen, Musikinstrumente und königliche Insignien zu sehen. Zum Palast gehört eine der ältesten Bibliotheken Asiens, die Saraswathi-Mahal-Bibliothek. Die Bronzegießerei ist eine Tradition der Stadt. Den Zusammenhang mit der Geschichte des Landes erläutert die Seite Mittelalter und Kolonialzeit.

Tanjore-Malerei, Tanz und Musik

Die Tanjore-Malerei ist für feine Details und Blattgold bekannt. Sie zeigt meist hinduistische Gottheiten und Szenen aus den Mythen. Thanjavur ist außerdem ein Zentrum des Bharatanatyam; das Thanjavur-Quartett verfeinerte diesen Tanz im 18. Jahrhundert. Den Hintergrund von Tanz, Malerei und Musik beschreiben die Seiten Indische Kunst und Indische Musik.

Besuchsregeln im Brihadisvara-Tempel

Der Tempel ist täglich von 6.30 bis 20.30 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Fotos mit der Handkamera sind kostenlos, jede andere Art von Fotografie braucht die Genehmigung des Superintending Archaeologist des Chennai Circle. Das Heiligtum ist ein lebendiger Ort der Verehrung; Hinweise zu angemessener Kleidung und zum Verhalten findest du auf der Seite Verhalten und Knigge in Indien.

Thanjavur in einer Südindien-Reise

Die Stadt liegt im Herzen von Tamil Nadu. Die Strecke von Thanjavur nach Gangaikondacholapuram und Darasuram führt durch das Delta des Kaveri, für die drei Tempel planst du mindestens zwei Tage ein. Wer weiterreist, findet Küstentempel und Felsreliefs in Mahabalipuram und die Torbauten des Meenakshi-Tempels in Madurai. Eine fertige Route steht in der Südindien-Rundreise.

Der Wagen von Darasuram und die drei Tempel im Vergleich

Der Airavatesvara-Tempel gehört zum dravidischen Baustil. Sein steinerner Hauptbau hat die Form eines Wagens, ein Typ, der Karakkoil heißt: Er erinnert an die Wagen, in denen Gottheiten bei Festen durch die Straßen gefahren werden. Die Inschriften und Reliefs erzählen Geschichten aus den Puranas. Die drei Tempel unterscheiden sich deutlich: In Thanjavur ruht der Turm auf einem einzigen Granitblock, in Gangaikondacholapuram ist der Turm 53 Meter hoch und in Darasuram nur 24 Meter. Thanjavur setzt auf Größe und Strenge, Gangaikondacholapuram auf Schwung der Linien und Torwächter, Darasuram auf feine Skulptur und Miniaturfriese.

Geheimtipp

Beginne früh im Brihadisvara-Tempel, wenn der Granit noch kühl ist. Gehe zuerst zum Nandi, umrunde dann den Haupttempel und schau dir die Wandmalereien im Umgang an. Den Palast und die Bronzen besuchst du am Nachmittag.

Wer baute den Brihadisvara-Tempel?

Der Chola-Kaiser Rajaraja. Er weihte den Tempel in seinem 19. Regierungsjahr ein, das ist das Jahr 1009 bis 1010.

Wie hoch ist das Linga im Brihadisvara-Tempel?

8,7 Meter. Der Turm ruht auf einem einzigen Granitblock von 7,8 Metern Seitenlänge und 80 Tonnen Gewicht.

Welche Tempel gehören zu den Großen Lebenden Chola-Tempeln?

Der Brihadisvara-Tempel in Thanjavur, der Tempel von Gangaikondacholapuram und der Airavatesvara-Tempel in Darasuram.

Was kostet der Eintritt zum Brihadisvara-Tempel?

Nichts. Der Tempel ist täglich von 6.30 bis 20.30 Uhr geöffnet und der Eintritt ist frei.

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