Maharashtra: Ajanta, Ellora & Mumbai

Maharashtra: Ajanta, Ellora & Mumbai

Maharashtra im Westen Indiens verbindet die Megacity Mumbai mit uralten Felsentempeln, grünen Bergketten und einer langen Küste. Zwischen den UNESCO-Höhlen von Ajanta und Ellora, den Westghats und den Marathen-Festungen liegt einer der vielseitigsten und wirtschaftlich stärksten Bundesstaaten des Landes.

Maharashtra ist Indiens zweitbevölkerungsreichster Bundesstaat und sein wirtschaftliches Kraftzentrum – hier schlägt mit Mumbai das Finanzherz des Landes, hier wird Bollywood gedreht, und hier liegt zugleich eine der reichsten Kulturlandschaften des Subkontinents. Reisende finden ein enormes Spektrum: die pulsierende Metropole am Meer, tief in den Fels gehauene Klöster, monsungrüne Bergketten mit Wasserfällen, Weinberge, Pilgerorte und einsame Strände an der Konkanküste. Wer über die üblichen Nordindien-Klassiker hinausschauen will, entdeckt hier ein Indien voller Überraschungen. Dieser Reiseführer zeigt die Höhepunkte, die beste Reisezeit und praktische Tipps. Einen Überblick über weitere Ziele findest du auf der Seite zu den Sehenswürdigkeiten Indiens.

LageWestindien, am Arabischen Meer
HauptstadtMumbai (Finanzmetropole Indiens)
WahrzeichenAjanta & Ellora, Gateway of India, Westghats
UNESCO-WelterbeAjanta, Ellora, Elephanta, Westghats, Bahnhof CSMT
Größtes FestGanesh Chaturthi (Ganpati)
BesonderheitWeinregion Nashik, Konkan-Küste
Beste ReisezeitOktober bis Februar

Was macht Ajanta und Ellora so besonders?

Die Felsentempel von Ajanta und Ellora nahe Aurangabad (offiziell Chhatrapati Sambhajinagar) zählen zu den großartigsten Kunstwerken Asiens und stehen beide auf der UNESCO-Welterbeliste. In Ajanta wurden zwischen dem 2. Jahrhundert v. Chr. und dem 6. Jahrhundert n. Chr. rund 30 buddhistische Höhlen in eine hufeisenförmige Felswand gemeißelt; berühmt sind ihre außergewöhnlich gut erhaltenen Wandmalereien, die das Leben Buddhas und höfische Szenen zeigen. Ellora vereint auf engem Raum 34 Höhlen dreier Religionen – buddhistisch, hinduistisch und jainistisch – als Zeichen jahrhundertelanger Toleranz. Höhepunkt ist der Kailasa-Tempel, ein gigantischer Hindu-Tempel, der von oben nach unten aus einem einzigen Felsen herausgeschlagen wurde und als größter monolithischer Bau der Welt gilt. Wie sich diese Felsarchitektur in die Baugeschichte des Subkontinents einordnet, zeigt der Beitrag zur indischen Architektur.

Was sollte man in und um Mumbai sehen?

Mumbai (früher Bombay) ist Indiens größte und weltoffenste Stadt: Finanzzentrum, Hafen und Heimat von Bollywood. Wahrzeichen sind das Gateway of India am Wasser, das benachbarte Taj-Mahal-Hotel und der prächtige viktorianisch-gotische Bahnhof Chhatrapati Shivaji Maharaj Terminus (UNESCO-Welterbe). Vor der Küste liegen die Elephanta-Höhlen, ebenfalls Welterbe, mit ihrer eindrucksvollen dreiköpfigen Shiva-Skulptur – gut per Bootsausflug erreichbar. Wer den Puls der Stadt spüren will, schlendert über den Marine Drive bei Sonnenuntergang, besucht den riesigen Wäschereibezirk Dhobi Ghat oder die kolonialen Viertel Colaba und Fort. Ausführliche Tipps zu den Highlights der Metropole findest du im eigenen Guide zu den Sehenswürdigkeiten von Mumbai.

Grünes Tal der Westghats mit Wasserfall während des Monsuns in Maharashtra
Im Monsun verwandeln sich die Westghats in eine grüne Wasserfall-Landschaft.

Lohnen sich die Westghats und Hill Stations?

Unbedingt. Die Westghats (Sahyadri) ziehen sich als grünes Gebirge entlang der Küste und gehören als eines der artenreichsten Ökosysteme der Erde zum UNESCO-Welterbe. Beliebte Hill Stations sind Mahabaleshwar mit seinen Aussichtspunkten und Erdbeerfeldern, Lonavala zwischen Mumbai und Pune sowie das autofreie Matheran, das man zu Fuß, per Pferd oder mit einer schmalspurigen Bahn erkundet. Besonders spektakulär ist die Landschaft während und kurz nach dem Monsun, wenn unzählige Wasserfälle über die Steilhänge stürzen und die Hochebenen leuchtend grün sind. Zwischen den Bergen thronen die historischen Festungen der Marathen unter Shivaji, etwa Raigad und Sinhagad, die sich als Tagestouren erwandern lassen. Mehr über Indiens Gebirge, Küsten und Ökosysteme erfährst du im Überblick zu den Landschaften Indiens.

Welche weiteren Ziele gibt es?

Maharashtra hält für jeden Geschmack etwas bereit. Pune, die kulturelle und studentische Hauptstadt des Bundesstaats, punktet mit Palästen der Peshwa-Ära, guter Küche und lebendigem Nachtleben. Nashik ist zugleich Pilgerstadt am heiligen Godavari und Zentrum des indischen Weinbaus – Weingüter laden zu Verkostungen. Der Pilgerort Shirdi zieht Millionen Anhänger von Sai Baba an. Wer Ruhe und Meer sucht, findet an der Konkan-Küste im Süden lange, wenig besuchte Strände wie Ganpatipule und Tarkarli mit klarem Wasser, Schnorchelmöglichkeiten und verschlafenen Fischerdörfern. In Aurangabad steht mit dem Bibi ka Maqbara zudem ein anmutiges Mogulmausoleum, das wegen seiner Ähnlichkeit mit dem Taj Mahal „Mini-Taj“ genannt wird und einen guten Zwischenstopp auf dem Weg zu den Höhlen bildet. Das größte Fest des Jahres ist Ganesh Chaturthi, wenn ganze Städte den elefantenköpfigen Gott Ganesha feiern und riesige Figuren in feierlichen Prozessionen im Meer versenkt werden – ein überwältigendes Erlebnis, besonders in Mumbai und Pune.

Kultur, Bollywood und Küche

Maharashtra ist die Heimat des Bollywood-Films, dessen Studios in Mumbai die größte Filmindustrie der Welt am Laufen halten – manche Studios kann man sogar besichtigen. Tief verwurzelt ist die Marathi-Kultur mit dem energiegeladenen Lavani-Tanz und der schlichten, ausdrucksstarken Warli-Malerei der Adivasi, die mit einfachen weißen Strichfiguren ganze Dorfwelten erzählt. Kulinarisch ist der Bundesstaat ein Paradies für Streetfood-Fans: In Mumbai gehört das würzige Vada Pav – ein frittierter Kartoffelklops im Brötchen – ebenso zum Alltag wie Pav Bhaji, das scharfe Linsengericht Misal Pav und, süß zum Abschluss, die zarte Puran Poli. Zu Ganesh Chaturthi isst man landauf, landab die gedämpften Modak-Klößchen, die Lieblingsspeise des Gottes Ganesha.

Wann ist die beste Reisezeit?

Die angenehmste Reisezeit für Maharashtra ist der trockene, milde Winter von Oktober bis Februar. Dann sind die Temperaturen erträglich und Städte wie Mumbai und Pune sowie die Höhlen von Ajanta und Ellora gut zu besichtigen. Der Sommer von März bis Mai wird an der Küste heiß und schwül; die Hill Stations bieten dann eine kühlere Alternative. Der Monsun von Juni bis September verwandelt die Westghats in ein grünes Paradies mit tosenden Wasserfällen – wunderschön für Naturliebhaber, aber mit teils kräftigem Regen und rutschigen Wegen. Wer Ganesh Chaturthi erleben will, richtet die Reise nach dem Fest im Spätsommer aus. Details zu den regionalen Klimaunterschieden liefert der Ratgeber zur besten Reisezeit für Indien.

Geheimtipp

Wer Ajanta und Ellora besucht, sollte einen ganzen Tag für jede Stätte einplanen und nicht beide an einem Tag durchhetzen. Komm in Ajanta möglichst früh, bevor die Reisebusse eintreffen, und nimm dir Zeit für die Wandmalereien in den dunklen Höhlen – eine kleine Taschenlampe hilft, Details zu erkennen. Und ein Tipp für Mutige: Erlebe die Westghats einmal mitten im Monsun. Lonavala und Malshej Ghat verwandeln sich dann in eine Wasserfall-Landschaft wie aus dem Bilderbuch, die kaum ein Tourist zu dieser Jahreszeit zu Gesicht bekommt.

Wie kommt man nach Maharashtra und reist herum?

Wichtigstes Eingangstor ist der internationale Flughafen von Mumbai, einer der größten des Landes; auch Pune, Nagpur und Aurangabad besitzen Flughäfen mit guten Inlandsverbindungen. Maharashtra verfügt über ein dichtes Bahnnetz – die Vorortzüge Mumbais sind legendär, und komfortable Express- und Nachtzüge verbinden die großen Städte. Für die Höhlen von Ajanta und Ellora fährt man ab Aurangabad am besten mit einem Auto mit Fahrer, ebenso für Ausflüge in die Westghats und an die abgelegene Konkanküste. Zwischen Mumbai und Pune verkehren zudem komfortable Busse über eine der besten Autobahnen Indiens. Da die Sehenswürdigkeiten weit gestreut sind, lohnt sich eine gut geplante Route mit festen Etappen. Praktische Hinweise zu Zügen, Inlandsflügen und Fahrern gibt der Überblick zur Fortbewegung in Indien.

Kann man Ajanta und Ellora an einem Tag sehen?

Es ist möglich, aber nicht empfehlenswert. Beide Stätten liegen unterschiedliche Richtungen von Aurangabad entfernt und sind so umfangreich, dass sich je ein eigener Tag lohnt.

Ist Mumbai ein guter Ausgangspunkt für eine Rundreise?

Ja. Mumbai ist bestens angebunden und ideal, um von dort Elephanta, die Westghats, Pune, Nashik und die Höhlenstädte zu erkunden.

Wann sind die Wasserfälle in den Westghats am schönsten?

Während und kurz nach dem Monsun, also von Juli bis Anfang Oktober. Dann sind die Berge saftig grün und die Wasserfälle führen am meisten Wasser.

Wie viele Tage sollte man für Maharashtra einplanen?

Für Mumbai, Ajanta/Ellora und eine Hill Station solltest du mindestens acht bis zehn Tage einplanen; mit Küste und Weinregion gern länger.

Den Westen Indiens erleben

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